Vodafone Milliarden-Abschreibungen auf Mannesmann?
London - Der Vorstand des weltgrößten Mobilfunk-Unternehmens wird an diesem Dienstag vermutlich nicht herumkommen um eine unangenehme Entscheidung: Einem Bericht der "Financial Times" ("FT") zufolge werden die Vorstände beträchtliche Goodwill-Abschreibungen beschließen, wenn sie heute den Jahresabschluss beraten. Er soll am 28. Mai veröffentlicht werden.
Als sicher gilt, dass Vodafone den Wert diverser kleinerer, börsennotierter Unternehmen abschreiben wird, die Vodafone während seiner Einkaufstour bis zum Jahr 2000 aufgekauft hat. Analysten glauben aber darüber hinaus, dass Vodafone auch den Wert der Vodafone D2 korrigieren wird, die aus der Mobilfunksparte des Mannesmann-Konzerns hervorgegangen ist. Möglich sei, dass sich die Abschreibungen insgesamt auf 15 bis 25 Milliarden Pfund (24 bis 40 Milliarden Euro) summieren werden.
Damit zöge der Konzern dem Bericht zufolge die Konsequenzen daraus, dass die Beteiligungen und Töchter zum Teil drastisch weniger wert sind, als Vodafone auf dem Höhepunkt des Technologie-Booms dafür bezahlt hat - und als derzeit in der Bilanz steht. Der "FT" zufolge liegt Vodafones Börsenwert von 73 Milliarden Pfund klar unter den 103 Milliarden Pfund, die in der Bilanz als immaterielle Vermögenswerte angegeben sind und sich unter anderem aus Goodwill und den Kaufpreisen für UMTS-Lizenzen ergeben.
Die Börse reagierte freundlich auf den Bericht. Bis 13 Uhr legte die Vodafone-Aktie um 3,22 Prozent auf 112,25 Pence zu. Die Händler honorierten offenbar, dass der Vodafone-Vorstand sich dem Unausweichlichen fügen werde.