Vodafone: Milliarden-Verlust wegen Wertberichtigung - DER SPIEGEL
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Vodafone Milliarden-Verlust wegen Wertberichtigung

Der Wettbewerb auf dem deutschen Markt macht Vodafone zu schaffen: Trotz Umsatzsteigerungen rutschte das weltgrößte Mobilfunkunternehmen im ersten halben Jahr tief in die roten Zahlen. Schuld hat vor allem die deutsche Tochter, für die Wertberichtigungen in Milliardenhöhe fällig wurden.
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Düsseldorf/London - Der britische Mobilfunkriese musste in den ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2006/2007 für sein Deutschlandgeschäft Wertberichtigungen in Höhe von zehn Milliarden Euro vornehmen. Darin spiegelten sich vor allem der Preisverfall durch den harten Wettbewerb und die strengen Auflagen der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation wider, betonte das Unternehmen in London heute bei der Vorstellung seiner Halbjahreszahlen.

Die Folge: Vodafone musste für die Zeit von April bis September einen Verlust in Höhe von 7,6 Milliarden Euro ausweisen. Denn die Milliardenlast aus den Wertberichtigungen konnte der Konzern auch durch florierende Geschäfte in Schwellenländern und den Vereinigten Staaten nicht ausgleichen.

Auch im operativen Geschäft in Deutschland hinterließen der Preisverfall und die Eingriffe des Regulierers ihre Spuren. Insgesamt sanken die Umsätze von Vodafone D2 zwischen April und September um drei Prozent auf 4,1 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis (Ebitda) sogar um knapp sieben Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Mit nur 180.000 neu gewonnenen Kunden lag Vodafone D2 im vergangenen Quartal deutlich hinter den Konkurrenten T-Mobile, E-Plus und O2. Trotzdem sei Vodafone in Deutschland "die Nummer eins beim Mobilfunkumsatz und das ertragsstärkste Mobilfunkunternehmen", betonte Deutschland-Chef Friedrich Joussen.

Um trotz weiter sinkender Mobilfunkpreise wachsen zu können, will Vodafone in Deutschland jetzt vor allem den Ausbau der UMTS-Datendienste und der Festnetzangebote seiner Tochter Arcor wie beispielsweise schnelle DSL-Internetzugänge forcieren. Der Umsatzanteil beider Produkte soll schon bald zehn Prozent erreichen. Allein im zweiten Quartal hätten sich die Erlöse im UMTS-Bereich ohne Kurznachrichten um 50 Prozent auf einen Umsatzanteil von 7,4 Prozent erhöht, sagte Joussen. "Die Kunden erkennen die Vorteile, die UMTS bietet." Die Dynamik sei enorm.

Außerdem setzt das Unternehmen mit seinem Angebot "Vodafone Zuhause" darauf, dass immer mehr Bundesbürger auch Zuhause statt mit dem Festnetz mit dem Handy telefonieren.

Für den Weltkonzern liegen die Wachstumstreiber allerdings derzeitig in Schwellenländern und in den Vereinigten Staaten, wie Konzernchef Arun Sarin in London betonte. Die florierenden Geschäfte dort bescherten dem Konzern trotz der Schwierigkeiten auf den gesättigten Märkten Europas eine Umsatzsteigerung von 7,2 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro sowie eine Verbesserung des Betriebsergebnisses (Ebitda) um 4,2 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro.

ase/AP/dpa-AFX

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