Vodafone vor dem Umbruch: V für Verwandlung - DER SPIEGEL
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Vodafone vor dem Umbruch V für Verwandlung

Die Konzern-Strategie wird überarbeitet, 6000 Jobs sind bedroht: Der Mobilfunkriese Vodafone steht vor einschneidenden Entscheidungen über seine Zukunft. Zumindest für deutsche Mitarbeiter gibt es aber auch einige gute Nachrichten.
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London/Düsseldorf – Die Zeiten sind nicht leicht für Vodafone-Chef Arun Sarin. Seit 2003 hat sich der Aktienkurs des weltgrößten Mobilfunkanbieters trotz des allgemeinen Aufschwungs an den Finanzmärkten kaum vom Fleck bewegt. Die Kritik von Analysten an der Führung wird lauter, zuletzt wurde Vodafone   sogar als mögliches Ziel für eine Übernahme und Zerschlagung gehandelt.

Am Dienstag wollen Sarin und sein Management-Team die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen - und sich dabei auch zur neuen Strategie äußern. Diese wird wohl deutliche Kosteneinsparungen umfassen.

Laut britischen Zeitungen sind 6000 der weltweit rund 60.000 Stellen gefährdet. Von Einsparungen dürfte vor allem Europa mit seinen gesättigten Handy-Märkten betroffen sein. Neben dem Stellenabbau plant Vodafone eine Auslagerung von IT-Abteilungen, um seine Kosten zu drücken.

Der Strategie-Wechsel könnte Vodafone wieder stärker ins Festnetz-Geschäft führen - in einen Sektor der Telefonie, der bei Investoren gemeinhin als unattraktiver gilt als der Mobilfunk. Neben Handy-Diensten wolle das Unternehmen auch in einigen anderen Ländern außerhalb Deutschlands Festnetzdienste anbieten, hieß es in unternehmensnahen Kreisen. Vodafone könnte die kleinere Festnetzanbieter zukaufen oder Kooperationen eingehen. "Ein Verkauf der (deutschen) Festnetztochter Arcor ist damit erst einmal vom Tisch."

In Deutschland keine Kündigungen erwartet

Der deutsche Mobilfunk-Bereich wird von den Einsparungen nicht verschont bleiben. So soll der Bereich Technik um 500 Stellen abgespeckt werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen will Vodafone dabei verzichten. Um einen Stellenabbau zu vermeiden, sollen die Mitarbeiter weiterqualifiziert und in anderen Geschäftsfeldern beschäftigt werden, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG Metall, Siegfried Balduin. Denkbar sei etwa ein Einsatz im Vertrieb. Zudem sollen in der Zentrale in Düsseldorf weniger Arbeiten an Fremdfirmen vergeben werden.

Ursprünglich war in Deutschland auch die Schließung von Standorten geprüft worden, was die Unternehmensführung aber verwarf. Allerdings stehen dem Vernehmen nach in Zukunft Einschnitte in weiteren Konzernteilen an. Neben der Auslagerung von IT-Abteilungen seien etwa Einsparungen im Marketing möglich, hieß es in Branchenkreisen.

Vodafone hat wie seine Konkurrenten mit der Marktsättigung in Deutschland und dem damit verbundenen Preisverfall zu kämpfen. Im vergangenen Jahr hatte bereits Marktführer T-Mobile umfassende Sparmaßnahmen eingeleitet.

Unter anderem wegen der geringeren Wachtumserwartungen der deutschen Tochter rechnen Analysten damit, dass die Geschäftszahlen tiefrote ausfallen. Der Verlust könnte bei bis zu 15 Milliarden britischen Pfund (22 Milliarden Euro) liegen. Das wäre für den Weltmarktführer der höchste Verlust seiner Geschichte.

itz/dpa-AFX