VoiceStream: Kooperation mit AOL - DER SPIEGEL
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VoiceStream Kooperation mit AOL

VoiceStream kann künftig auf die Medieninhalte von AOL zurückgreifen. Mit der Kooperation will der Wunschpartner der Deutschen Telekom seinen Kunden das Tor zum mobilen Internet öffnen.
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Bellevue - Erster Schritt der neuen Kooperation wird die Einrichtung des AOL-Nachrichtenübermittlungs-Dienstes "Instant Messenger" (AIM) sein. Die VoiceStream-Kunden könnten diesen Dienst, über den zum Beispiel Nachrichten und Mitteilungen vom Internet auf das Handy übertragen werden, ab Mitte des Jahres nutzen, hieß es. Zudem werde AOL Inhalte über die Internet-Hochgeschwindigkeits-Verbindungen von VoiceStream anbieten, teilten die neuen Partner weiter mit. Auch habe VoiceStream Zugriff auf AOL-Medienangebote wie den Nachrichten-Sender CNN oder die Magazine "Fortune" und "People".

Die Kooperation mit AOL war allerdings schon die beste Nachricht, mit der VoiceStream-Chef John Stanton auf der Bilanzpressekonferenz aufwarten konnte. Denn die Ergebnisse des Schlussquartals 2000 begeisterten weder Anleger noch Analysten. VoiceStream hat sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr 2000 seine Verluste ausgeweitet. Der Netto-Fehlbetrag habe sich im Schlussquartal auf 807 Millionen Dollar nach 151,7 Millionen Dollar im Vorjahr belaufen, teilte das Unternehmen mit.

Dies entspreche einem Verlust je Aktie von 3,49 (Vorjahr: minus 1,58) Dollar. Analysten hatten einen Verlust von 2,77 Dollar erwartet. Für das Gesamtjahr sei ein Minus von mehr als zwei Milliarden Dollar angefallen, hieß es. Der Umsatz legte dagegen sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr deutlich zu.

Ohne außerordentliche Posten habe sich der Fehlbetrag der Monate Oktober bis Dezember 2000 auf 273 Millionen Dollar im Vergleich zu 46 Millionen Dollar im Vorjahresquartal belaufen, teilte VoiceStream weiter mit. Im Gesamtjahr vervierfachte sich der Netto-Verlust den Angaben zufolge auf knapp 2,1 Milliarden Dollar.

Die Umsätze zogen dagegen in den letzten drei Monaten des Jahres um rund 300 Prozent auf 650 Millionen Dollar und im Gesamtjahr in etwa gleichem Ausmaß auf gut 1,9 Milliarden Dollar an. Die operativen Aufwendungen seien im Schlussquartal um mehr als das Vierfache auf 1,2 Milliarden Dollar geklettert. Die Zahl der Kunden sei im vierten Quartal um 602.000 auf insgesamt 3,9 Millionen gestiegen.

Bei dem Ergebnis müsse allerdings auch die Übernahme von Omnipoint und Aerial berücksichtigt werden, erklärte Stanton. In den vergangenen zwölf Monaten habe sich das Mobilfunk-Unternehmen von einem regionalen Betreiber in die erste Reihe der Mobilfunk-Anbieter entwickelt. Der Zusammenschluss mit der Deutschen Telekom werde Betriebskapital zur Verfügung stellen, das es VoiceStream ermögliche, weiterhin zu einem der "begehrtesten" Dienstleister im Telekommunikationsbereich zu zählen.