VoiceStream Riesige Verluste
Bellevue - VoiceStream vervierfachte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 710,6 Millionen Dollar. Der starke Geschäftsausbau brachte aber riesige Verluste. Die Gesellschaft wies für den Abschnitt von Januar bis Juni 2000 rote Zahlen von 617,5 Millionen Dollar aus. Damit hat sich der Verlust verdreifacht. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in den USA mit.
VoiceStream mit Sitz im US-Staat Washington verbuchte auch im zweiten Quartal einen erhebelichen Verlust von 414,2 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs allerdings auch auf 453,5 Millionen Dollar. Damit stiegen sowohl der Umsatz als auch die Verluste zwischen April und Juni stärker als in den ersten drei Monaten diesen Jahres. Die Zahl seiner Kunden steigerte der Mobilfunkanbieter bis Ende Juni um 365 Prozent auf 2,6 Millionen.
Die VoiceStream-Aktien waren am Dienstag im nachbörslichen Verkehr gefallen. Analysten an der Wall Street hatten niedrigere Verluste erwartet. VoiceStream-Chef John Stanton verwies auf die im Mai vollzogene kostspielige Übernahme der Mobilfunkfirma Aerial, die sein Unternehmen zu einem landesweiten Mobilfunkanbieter gemacht habe.
Die Deutsche Telekom wird das Unternehmen voraussichtlich für mehr als 50 Milliarden Dollar übernehmen. Bei dem Zusammenschluss handele es sich um eine außerordentlich attraktive Gelegenheit für beide Aktionärsgruppen sowie für die Mitarbeiter, hob Stanton hervor. VoiceStream könne auch die Einführung von Mobilfunkdiensten der nächsten Generation beschleunigen.
Stanton rechnet damit, dass eine Fünf-Milliarden-Dollar-Investition der Telekom bei VoiceStream noch in diesem Quartal abgeschlossen wird. Sie solle separat von der Übernahme erfolgen. Dies werde der Gesellschaft helfen, sich an Mobilfunklizenz-Auktionen der amerikanischen Regierung im November und im kommenden Jahr zu beteiligen. VoiceStream erwartet bis zum Ende des Jahres über eine Million neue Kunden.