Volkswagen 1000 Mitarbeiter wollen freiwillig gehen
Wolfsburg - Bereits 1000 von 85.000 gefragten Mitarbeitern haben in den ersten drei Wochen Aufhebungsverträgen zugestimmt, wie ein Firmensprecher bestätigte. Die Resonanz liege "in der Anfangsphase über unseren Erwartungen", hieß es. Überwiegend seien die abfindungswilligen Mitarbeiter zwischen 31 und 40 Jahre alt, mehr als zehn Jahre im Unternehmen und würden überwiegend 150.000 Euro erhalten.
Der VW-Vorstand ringt nach dreistelligen Millionenverlusten bei VW in den sechs Traditionswerken mit der Gewerkschaft IG Metall zur Zeit um ein Sanierungsprogramm. Der Vorstand verlangt längere Arbeitszeiten ohne mehr Geld. Damit angesichts unterausgelasteter Fabriken die längere Arbeitszeit auch mit Arbeit gefüllt werden kann, will VW sich von Personal trennen. Um den Personalabbau zu beschleunigen, hatte VW rund 85.000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken ein Angebot mit verbesserten Bedingungen für freiwillige Aufhebungsverträge gemacht.
VW hatte den Mitarbeitern der Geburtsjahrgänge 1952 und jünger der sechs westdeutschen Werke Abfindungen angeboten. Je nach Einkommen und Betriebszugehörigkeit werden Abfindungen von 40.680 bis fast 250.000 Euro angeboten. Für Schnellentschlossene, die das Unternehmen bis Ende September verlassen, gibt es 54.000 Euro Zuschlag. Brancheninsider haben berechnet, dass VW das Programm mehr als eine Milliarde Euro kosten werde.
Daneben haben rund 6000 VW-Beschäftigte seit Ende 2003 Altersteilzeitverträge unterschrieben und scheiden damit vorzeitig aus. Hinzu kommt natürliche Fluktuation, die es in jedem Unternehmen gibt, und die ebenfalls zum Stellenabbau genutzt werden kann.
Zur erwarteten Gesamtzahl des Personalabbaus bei Volkswagen wollte sich das Unternehmen weiterhin nicht äußern. Arbeitsdirektor Horst Neumann hatte kürzlich eine Zahl von etwa 20.000 Stellen genannt, die bei einem Ausgleich von Produktivitätsnachteilen in den VW-Werken nicht mehr benötigt würden. Branchenbeobachter gehen sogar von einer noch höheren Zahl aus, die zur Sanierung der Traditionsmarke gestrichen werden müsste.
tim/AP/dpa