Volkswagen Bernhard erwägt Rücktritt
Dort hatte er mit dem heutigen Konzernchef Dieter Zetsche die Marke Chrysler saniert. Aus dem VW-Aufsichtsrat verlaute, man wolle Bernhard halten, auch wenn einer der Gründe für Bernd Pischetsrieders Ablösung gewesen sei, dass die VW-Sanierung zu langsam vorangehe. VW hatte am Dienstag überraschend bekannt gegeben, dass Pischetsrieder den Vorstandsvorsitz zum Jahreswechsel an Audi-Chef Winterkorn abgibt. Zu den Umständen äußerte sich der Konzern bislang nicht. Audi-Betriebsratschef Peter Mosch, der dem VW-Aufsichtsrat angehört, erklärte lediglich, die Initiative zur Ablösung des Vorstandschefs sei nicht von der Arbeitnehmerseite gekommen.
Kritik von Aktionärsschützern
Derweil berichtet die IG Metall, dass Pischetsrieder keine Abfindung bekommt. Er werde im Unternehmen eine neue Aufgabe übernehmen, sagte IG-Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis der "Bild"-Zeitung: "Von einer Abfindung ist uns nichts bekannt. Herr Pischetsrieder wird weiter für VW arbeiten und Sonderaufgaben übernehmen." IG-Metall-Chef Jürgen Peters ist Mitglied des Präsidiums des VW-Aufsichtsrates, das einstimmig für den designierten neuen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn gestimmt hatte.
Unterdessen wird die Kritik an der Entscheidung des VW-Aufsichtsratspräsidiums, das erst im Mai für eine Vertragsverlängerung Pischetsrieders gestimmt hatte, lauter. Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte der Zeitung: "Für die Aktionäre und Mitarbeiter ist der plötzliche Sinneswandel des VW-Aufsichtsrats sehr ärgerlich. Warum ist die Entscheidung für eine Vertragsverlängerung von Herrn Pischetsrieder auf einmal falsch? Das hätte der Aufsichtsrat schon vor sechs Monaten wissen können."
tim/dpa-AFX/ddp/AFP