Volkswagen Chefaufseher beraten über Umbauplan
Wolfsburg - Entscheidungen sollen Morgen bei der Sitzung des kompletten Aufsichtsrats fallen. Die Zukunft von VW-Markenchef Wolfgang Bernhard ist nach wie vor unklar. In der Branche wird aber damit gerechnet, dass noch in dieser Woche eine Entscheidung fällt.
Künftig soll es dem Vernehmen nach im VW-Konzern eine Premiumgruppe mit Audi , Bentley, Bugatti und Lamborghini geben sowie eine Gruppe für das Massengeschäft mit Volkswagen, Seat und Skoda. Bislang teilt sich das Pkw-Geschäft eher nach den Kategorien "sportlich" (Audi, Seat, Lamborghini) und - dementsprechend - weniger sportlich (Volkswagen , Skoda, Bentley, Bugatti) auf. Die innere Logik dieser Aufteilung erschloss sich dem Beobachter aber nie so recht. Jetzt sollen mit dem Umbau Synergien zwischen den Marken besser genutzt werden.
Bernhard ist unbestätigten Medienberichten zufolge von Winterkorn im Zuge des geplanten Umbaus der Posten des Produktionsvorstands im Konzern angeboten worden. Bernhard habe jedoch abgelehnt und wolle VW verlassen, wenn er die uneingeschränkte Zuständigkeit für die Kernmarke aufgeben müsse.
Audi-Leute besetzen wichtige Funktionen
Im sechsköpfigen VW-Aufsichtsratspräsidium sitzen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sowie IG Metall-Chef Jürgen Peters, der VW-Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh und dessen Stellvertreter Bernd Wehlauer. Größter VW-Aktionär ist Porsche vor dem Land Niedersachsen.
Der frühere Audi-Chef Winterkorn bringt dem Vernehmen nach eine Reihe von Vertrauten aus Ingolstadt mit nach Wolfsburg. Dazu zählt etwa Audi-Designchef Walter de Silva. Auch die wichtigsten Positionen in der Kommunikation dürfte Winterkorn mit Audi-Leuten besetzen.
Winterkorn ist seit Anfang Januar VW-Konzernchef. Er löste Bernd Pischetsrieder ab. Dessen unfreiwilligen Abgang soll vor allem der mächtige Aufsichtsratschef Piëch betrieben haben, der nicht mehr mit der Arbeit Pischetsrieders zufrieden war. Winterkorn dagegen gilt als Piëch-Vertrauter.
mik/dpa