Volkswagen in Mexiko: Siesta beendet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Volkswagen in Mexiko Siesta beendet

Nach 17 Tagen Streik wird bei VW in Mexiko wieder gearbeitet. Die Belegschaft bekommt eine Lohnerhöhung von 10,2 Prozent.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mexiko-Stadt - Darauf hätten sich die Unternehmensleitung und die Gewerkschaft geeinigt, teilte die Volkswagen de Mexico mit. Außerdem werden die Lebensmittelgutscheine um 240 Pesos (29,14 Euro) aufgestockt. Dies sind etwa vier Prozent des Durchschnittslohns. Einmalig werden außerdem 840 Pesos gezahlt. Der Streik hatte am 18. August begonnen und seither zu Produktionsausfällen von 1500 Autos pro Tag geführt. Die Arbeit sollte noch am Mittwoch wieder aufgenommen werden.

In Puebla (125 Kilometer östlich von Mexiko-Stadt) wird für den Weltmarkt der Käfer-Nachfolger New Beetle und für den amerikanischen Kontinent der Jetta (Bora) gebaut. In kleineren Stückzahlen werden auch der alte Käfer und der Golf Cabrio gefertigt. Der Jetta ist derzeit in den USA das gefragteste VW-Modell. Über ein mögliches Aufholen der Produktionsverluste wird laut VW Mexiko in den nächsten Tagen entschieden.

Die Gewerkschaft hatte zu Beginn des Streiks 21 Prozent Lohnerhöhung gefordert. Die Firmenleitung hatte in der vergangenen Woche 8,5 Prozent angeboten, was von den VW-Arbeitern in einer Urabstimmung abgelehnt wurde. Das jetzige Ergebnis erlaubt es der Gewerkschaft, das Gesicht zu wahren, da sie erklärt hatte, auf keinen Fall eine Erhöhung im einstelligen Bereich hinzunehmen.

VW verwies darauf, dass der Tarifabschluss oberhalb der derzeitigen offiziellen mexikanischen Inflationsrate liege. In der Mitteilung hieß es weiter, Regierung und Gesetzgeber seien gefragt, das Arbeitsrecht in Mexiko den "Ansprüchen einer modernen Industriegesellschaft anzupassen und in Zukunft die Lösung derartiger Tarifkonflikte effizienter zu gestalten".