Volkswagen: Piëch will Aufsichtsratschef bleiben - DER SPIEGEL
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Volkswagen Piëch will Aufsichtsratschef bleiben

Nach den Querelen der Vergangenheit hatten sich die Großaktionäre von Volkswagen eigentlich darauf geeinigt, dass künftig eine neutrale Person dem Aufsichtsrat vorstehen soll. Für den bisherigen Chefaufseher Ferdinand Piëch scheint diese Vereinbarung jetzt nicht mehr zu gelten.
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Detroit - Viele Zeitungen hatten schon in den vergangenen Monaten darüber spekuliert, ob sich Piëch wohl ohne Widerstand von seinem Amt verabschieden würde. Er selbst ließ erstmals gestern am Rande einer Präsentation auf der Detroit-Motor-Show die Katze aus dem Sack. "Warum nicht?", sagte er der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires auf die Frage, ob er im Aufsichtsrat bleiben wolle.

Unterstützung bekommt der Patriarch in erster Linie aus dem Arbeitnehmerlager. So sprach sich der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Bernd Osterloh, für einen Verbleib von Piëch an der Spitze des Kontrollgremiums aus. "Piëch ist ein ausgewiesener Autofachmann", sagte Osterloh gestern in Detroit. Er würde es begrüßen, falls Piëch, dessen Amtszeit mit der Hauptversammlung im Mai endet, im VW-Kontrollgremium bleibe. Falls sich die Kapitalseite darauf einige, dass Piëch weiterhin Aufsichtsratschef bleiben soll, werde die Arbeitnehmerseite "zu 100 Prozent zustimmen".

Osterloh sitzt im Präsidium des VW-Aufsichtsrates, das sich am Mittwoch zu einer außerordentlichen Sitzung trifft. Dort will der neue Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn seine Pläne für eine neue Konzernstruktur vorstellen.

Bei VW ist die Frage der Piëch-Nachfolge ebenso umstritten wie die Frage, ob der frühere Konzernchef überhaupt im Aufsichtsrat bleiben soll. Das Verhältnis zwischen Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff und Piëch gilt als angespannt. Piëch soll maßgeblich die vorzeitige Ablösung von Bernd Pischetsrieder als Konzernchef betrieben haben. Wulff wollte ursprünglich an Pischetsrieder festhalten. Die Kritiker von Pischetsrieder hatten diesem unter anderem Entscheidungsschwäche vorgeworfen.

Vor einem Jahr hatten sich Wulff und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking als Vertreter der VW-Großaktionäre darauf geeinigt, dass im Frühjahr 2007 ein "neutraler Manager" und kein Vertreter von Porsche   Nachfolger Piëchs als VW-Aufsichtsratschef werden soll. Seitdem hat Wulff allerdings nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Piëch am liebsten komplett aus dem Aufsichtsrat von Volkswagen   entfernen würde.

Piëch spielt auch in der Diskussion um den Einfluss Porsches im VW-Aufsichtsrat eine Rolle. Wiedeking hatte im Dezember mehr Einfluss für Porsche bei VW gefordert. Bei der Neubesetzung des Gremiums müsse Porsche als Großaktionär "mindestens drei" statt bisher zwei Sitze in dem Gremium besetzen. Ob Piëch als Porsche-Vertreter gelten müsse, sei eine "Interpretationsfrage". Wulff sieht dies so.

Neben Wiedeking ist bisher Porsche-Finanzchef Holger Härter Mitglied des VW-Aufsichtsrats. Porsche ist mit 27,4 Prozent der Stimmrechte größter VW-Aktionär und hat im November angekündigt, den Anteil auf 29,9 Prozent weiter aufzustocken.

mik/Dow Jones/dpa-AFX

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