Volkswagen: Pischetsrieders radikales Reformprogramm - DER SPIEGEL
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Volkswagen Pischetsrieders radikales Reformprogramm

Der künftige Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder will den notorisch renditeschwachen VW-Konzern in die erste Liga der Geldverdiener katapultieren. Er möchte die Vertriebsnetze straffen, neue Chefdesigner anstellen und ein größeres Stück des Weltmarkts erobern.
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Wolfsburg - Pischetsrieder will in Zukunft eine Kapitalrendite von neun Prozent erzielen. Die dafür notwendige Neuorganisation des Volkswagen-Konzerns ist bereits weit fortgeschritten. Mit Audi, Seat und Lamborghini auf der einen Seite und VW, Skoda und Bentley auf der anderen wird es künftig zwei Divisionen im Konzern geben, die verschiedene Kundenkreise ansprechen. Die einzelnen Marken werden darin erheblich stärker aufgehen als bisher angenommen.

Auch die Vertriebsnetze der Gruppen sollen zusammenwachsen, wobei insbesondere die Fusion von Audi- und Seat-Betrieben vorangetrieben wird. In einem Brief an die Händler habe der künftige VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder klargestellt, dass Audi-Händler auch die Marke Seat anbieten können, wenn dies räumlich getrennt geschieht, berichtet die "Financial Times Deutschland". So wolle das Unternehmen Vertriebskosten sparen. In einem weiteren Schritt sollen die Markengruppen ihre Produktion zusammenfassen. Audi prüfe, Nachfragespitzen beim A3-Nachfolger durch das Seat-Werk im spanischen Matorell auszugleichen, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Ab 1. März wird es nach den Bericht der Zeitung auch einen Chefdesigner für jede Markengruppe geben. Walter de Silva wird als Chefdesigner der Markengruppe Audi für das Design von Audi, Seat und Lamborghini verantwortlich sein. Der bisherige Audi-Chefdesigner Peter Schreyer übernimmt die Markengruppe Volkswagen mit VW, Skoda und Bentley. De Silva und Schreyer berichten an den bisherigen VW-Chefdesigner Hartmut Warkuss, der eine Leitungsfunktion im Konzern übernimmt.

Im "Handelsblatt" kündigte Pischetsrieder an, der VW-Konzern wolle mit seinen Marken ein jeweils komplett komplementäres Modellprogramm aufstellen, das mindestens 85 Prozent aller Marktsegmente abdecke. Heute verfüge der VW-Konzern über Angebote für etwas weniger als 75 Prozent der Marktsegmente, sei in den stark wachsenden Märkten jedoch gar nicht vertreten.

"Ziel ist es, auch in Segmenten wie Geländewagen, Vans oder Roadster unsere heutigen Marktanteile in den von uns besetzten Segmenten zu erreichen", sagte Pischetsrieder. Gelänge das, dann hätte der VW-Konzern mehr als 14 Prozent statt derzeit 12,5 Prozent Anteil am Weltmarkt.