Volkswagen Steigerung gegen den Trend
Wolfsburg - Gemessen an deutschen Bilanzierungsregeln ist das Ergebnis dennoch hinter den Erwartungen vieler Analysten zurückgeblieben. Der Überschuss habe um gut 57 Prozent auf 389 Millionen Euro zugenommen, teilte der Wolfsburger Automobilhersteller am Dienstag mit. Das nach deutschen HGB-Richtlinien ermittelte Vorsteuerergebnis sei in den ersten drei Monaten um knapp 15 Prozent auf 708 Millionen Euro gestiegen. Während VW nach alter HGB-Rechnung damit unter den Erwartungen von Analysten blieb, übertraf der Konzern die Prognosen bei der Bilanzierung nach den internationalen Bilanzierungsregeln IAS.
Bei IAS-Bilanzierung wies VW für das ersten Quartal einen Überschuss von 830 Millionen Euro aus. Vor Steuern wurde nach IAS ein Gewinn von 1,245 Milliarden Euro erzielt. Der Umsatz stieg nach HGB-Regeln um zehn Prozent auf 23 Milliarden Euro. Nach IAS wurde ein Umsatz von 22,657 Milliarden Euro ausgewiesen.
Das Quartals-Ergebnis je Aktie wuchs den Angaben zufolge nach HGB-Regeln um knapp 74 Prozent auf 1,03 Euro von zuvor 0,59 Euro im Vorjahreszeitraum. Nach IAS wurde ein Ergebnis je Aktie von 2,20 Euro ermittelt. Während die Umsatzrendite vor Steuern nach HGB bei 3,1 Prozent lag, erhöhte sie sich nach IAS auf 5,5 Prozent und lag damit im ersten Quartal noch einen Prozentpunkt unter der von VW-Chef Ferdinand Piech für seine Amtszeit aufgestellten Zielmarke von 6,5 Prozent.
Wesentliche Ergebnisträger seien im ersten Quartal die Marken Volkswagen-Pkw und Audi sowie die Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik gewesen, teilte VW weiter mit. Skoda habe ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erreicht, obwohl die Wechselkursentwicklung in Tschechien und Modellumstellungen das Ergebnis belastet hätten.
Für das gesamte Jahr 2001 kündigte VW weitere Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis vor Steuern an. Dabei würden von den weltweiten Automobilmärkten keine Impulse erwartet, hieß es. Um die Ergebnisziele dennoch zu erreichen, würden bei allen Marken und in allen Regionen zurzeit Maßnahmen zur Optimierung der Kosten- und Erlösstrukturen fortgeführt.
An der Börse wurde das Quartalsergebnis widersprüchlich aufgenommen. Einige Analysten zeigten sich überrascht von dem Umsatzanstieg und nannten das Ergebnis sehr zufriedenstellend. Der Markt wiederum zeigte sich eher verunsichert - der Aktienkurs des Automobil-Konzerns gab bis 10.25 Uhr um 1,90 Prozent auf 54,18 Euro nach. Für Jan Grießhammer, Analyst bei Helaba Trust, hat die Aktie beim derzeitigen Stand "in jedem Fall Luft nach oben".