Volkswagen: Winterkorn als neuer Chef berufen - DER SPIEGEL
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Volkswagen Winterkorn als neuer Chef berufen

Der Wechsel an der Spitze des größten europäischen Autokonzerns ist perfekt. Audi-Chef Martin Winterkorn wurde heute offiziell zum neuen Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen ernannt. Ob Markenchef Bernhard im Konzern bleibt, ist dagegen weiter unklar.
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Wolfsburg - Winterkorn übernehme zum 1. Januar 2007 den Posten, den bisher Bernd Pischetsrieder besetzt, teilte Volkswagen   heute nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Pischetsrieder scheide aus dem Vorstand aus, werde aber weiter für den Konzern tätig sein und Aufgaben in dessen Interesse wahrnehmen. Pischetsrieder hatte vor kurzem seinen Rücktritt erklärt. Hintergrund sind vor allem Differenzen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch. Branchenkreisen zufolge ist Pischetsrieder jetzt als Aufsichtsratschef eines neuen Lastwagenkonzerns im Gespräch. Winterkorns Berufung fiel den Angaben zufolge einvernehmlich aus.

Über die Nachfolge von Winterkorn an der Spitze der VW-Tochter Audi   soll später entschieden werden. Im Gegensatz zu Pischetsrieder gilt Winterkorn als führungsstark und entscheidungsfreudig.

Eine Entscheidung über die Zukunft des Chefs der Marke Volkswagen  , Wolfgang Bernhard, traf das Gremium nicht. Diese Personalie sei kein Thema gewesen, hieß es. Im Vorfeld hatte es Spekulationen gegeben, dass Bernhard wegen einer von Winterkorn angeblich erwogenen Neustrukturierung des Konzerns Volkswagen verlassen könnte. Darauf geht die Mitteilung nicht ein.

Beim Zusammenschluss der beiden Nutzfahrzeughersteller MAN   und Scania   geht Volkswagen der Mitteilung zufolge weiterhin von einer gütlichen Einigung aus. Der VW-Aufsichtsrat strebe nach wie vor eine einvernehmliche Lösung an, hieß es. Wenn erforderlich, sei VW aber auch "anderen Wegen gegenüber offen". Im Falle eines erkennbar erfolglosen Verlaufs des Angebots "behält sich Volkswagen alle alternativen Möglichkeiten vor".

Als jeweils größtem Aktionär bei beiden Nutzfahrzeugherstellern kommt Volkswagen eine Schlüsselrolle im Übernahmepoker zu. Im Fall einer Fusion will VW sein brasilianisches Lkw-Geschäft einbringen und eine Vertriebskooperation im Transportergeschäft vereinbaren. MAN hatte gestern sein offizielles Angebot für Scania veröffentlicht und war dabei nicht den Forderungen schwedischer Investoren nach einer Erhöhung der Offerte nachgekommen. Das Angebot bewertet Scania nach wie vor mit 10,3 Milliarden Euro.

Der Aufsichtsrat bestätigte außerdem heute die aktuelle Finanz- und Investitionsplanung des Konzerns für die Jahre 2007 bis 2009. Volkswagen wird demnach im Konzernbereich Automobile 24,7 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren investieren. Mit 11,8 Milliarden Euro wendet der Konzern den wesentlichen Anteil dieser Investitionen für die Modernisierung und Erweiterung der Produktpalette auf. Der Aufsichtsrat stimmte außerdem den Plänen des Vorstands für den Bau eines Werkes im indischen Pune zu.

ase/ddp/reuters

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