"Volltextsuche online": Verlage machen Google Konkurrenz - DER SPIEGEL
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"Volltextsuche online" Verlage machen Google Konkurrenz

Im Kampf gegen die umstrittene Bücher-Suche von Google gehen die Verlage jetzt in die Offensive. Sie wollen heute auf der Buchmesse ein eigenes Such-Projekt vorstellen, das genauso funktioniert. So wolle man die Hoheit über das Büchergeschäft zurückerlangen, heißt es.
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Hamburg - "Volltextsuche online" - so lautet der etwas sperrige Name des neuen Projekts verschiedener Verlage, mit dem diese den Suchmaschinenbetreiber Google   in seine Schranken verweisen wollen. Heute soll das neue Angebot auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt werden, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Die Zusammenarbeit ist offenbar gesichert. "Wir haben schon die Zusage von über 40 Verlagen", erklärte Kurt Hammes, der das vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ins Leben gerufene Projekt verantwortet.

Lange hat die Branche für die neue Suchmaschine gearbeitet. Vor allem mittelständische Verlage wehrten sich wegen der Angst vor Raubkopien oft beharrlich, bei dem Projekt mitzuwirken und auch nur Auszüge aus ihren Büchern ins Netz zu stellen. Erst der Start von "Google Book Search" vor zwei Jahren habe die Verlage unter Zugzwang gesetzt, erklärt Stephan Füssel, Professor für Buchwissenschaft an der Universität Mainz der "FTD" zufolge. Im vergangenen Jahr wurde auch die deutsche Buchsuche von Google gestartet - spätestens seitdem sehen sich die Verlage zur Gegenwehr gezwungen.

Nun wollen die Verlage mit ihrem Gegenangriff die Hoheit über ihre Bücher wiedergewinnen, wie Hammes erklärt. "Bei Google verlieren die Verlage die Kontrolle." Während die Aufnahme bei Google nichts kostet, sollen die Verlage es sich bei "Volltextsuche online" 17 Euro pro Buch und Jahr kosten lassen, dass ein Werk auffindbar ist. Für Nutzer allerdings soll auch diese Suche gratis sein.

Google ist unterdessen eigenen Angaben zufolge sehr zufrieden mit dem Buch-Geschäft. Das Unternehmen war anfangs auf erheblichen Widerstand mit seinem neuen Angebot gestoßen, mehrere Verlage hatten rechtliche Schritte eingeleitet. Doch nach derzeitiger Rechtslage müssen diese nun ausdrücklich verlangen, dass ihre Bücher aus der Maschine herausgenommen werden - sonst darf Google auch Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Werken anzeigen.

Google arbeitet sogar schon an einer Weiterentwicklung der Bücher-Suche. Denn bisher verdient das Dotcom-Wunder mit diesem Angebot nur wenig. "Das ist ein strategisches Investment, das unsere Suchergebnisse verbessert und Nutzer bindet", heißt es aus dem Konzern. Dennoch seien "Erlösmodelle in Planung". Das Unternehmen verhandelt derzeit mit Verlagen über den Verkauf digitaler Inhalte, für die Google dann eine Provision kassieren würde.

ase