Vollzug Lufthansa steigt bei Eurowings ein
Frankfurt am Main - Die Lufthansa werde zum 1. Januar nächsten Jahres 24,9 Prozent an der Dortmunder Eurowings Luftverkehrs AG übernehmen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe sei der Erwerb weiterer Eurowings-Anteile durch Lufthansa vorgesehen. Eurowings ist mit 42 Maschinen und einem Umsatz von 730 Millionen Mark die drittgrößte deutsche Fluggesellschaft.
Lufthansa-Sprecherin Sigrid Bäumer sagte in Frankfurt, dass es auf jeden Fall bei einer Minderheitsbeteiligung bleiben werde. Zu den Kosten für den Einstieg hätten beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart. Der Lufthansa-Aufsichtsrat muss den Einstieg bei seiner nächsten Sitzung am 6. Dezember noch formell absegnen.
Bäumer bezeichnete Eurowings als "starken Partner in Nordrhein-Westfalen". Den Kunden dort könne mit der Beteiligung ein besseres Angebot gemacht werden. Vor allem die europäischen Wirtschaftszentren sollen verstärkt angeflogen werden.
Eurowings werde als Marke selbstständig bleiben, sagte Eurowings-Chef Friedrich-Wilhelm Weitholz in Dortmund. "Wir werden unsere Flugzeugflotte ausbauen und modernisieren. Für diese Maßnahme benötigen wir zusätzliche Kapitalmittel, die uns in die Lage versetzen, langfristig im globalen Airline-Geschäft bestehen zu können", sagte Weitholz. Er fügte hinzu: "Lufthansa hat als neuer Aktionär im Übrigen ein großes Interesse daran, dass Eurowings ihre Position als große Regionalfluggesellschaft auf dem europäischen Kontinent weiter ausbaut".
Bisher arbeiteten die beiden Luftverkehrsfirmen im so genannten "Code-sharing" zusammen. Dabei fliegt Eurowings mit eigenen Maschinen Strecken für die Lufthansa, beispielsweise zwischen Nürnberg und London. Eurowings war bislang vor allem Zubringer für Lufthansa-Konkurrenten wie Air France, Alitalia oder KLM. Anfang der Woche hatte Eurowings die Kooperation mit KLM für beendet erklärt.