Vor Opec-Konferenz: Ölpreise im Keller - DER SPIEGEL
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Vor Opec-Konferenz Ölpreise im Keller

Unmittelbar vor der Konferenz der Erdöl exportierenden Länder in Wien ist der Preis für Opec-Öl erneut drastisch eingebrochen. Die Förderländer wollen trotzdem kühlen Kopf behalten.
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Wien - Ein Fass (159 Liter) Opec-Öl habe am Dienstag 19,87 Dollar gegenüber 20,51 Dollar am Vortag gekostet, berichtete das Opec-Sekretariat am Mittwoch in der österreichischen Hauptstadt. Ende voriger Woche hatten für diese Menge noch 23,98 Dollar gezahlt werden müssen. Damit ist Opec-Öl innerhalb von drei Tagen um über 17 Prozent billiger geworden.

Der niedrige Erdöl-Preis hat inzwischen schon den Automobilclub AvD dazu veranlasst, die hohen Benzinpreise zu kritisieren. Der Durchschnittspreis für einen Liter Benzin sei zurzeit rund acht Pfennig zu hoch.

Die Erdölminister dieses Kartells wollen an diesem Mittwoch in Wien zusammenkommen, um über Fördermengen und Preise zu beraten. Wichtige Opec-Länder hatten zuvor versichert, trotz des Preisverfalls die aktuelle Förderung von täglich 23,5 Millionen Barrel beibehalten zu wollen. Nach Einschätzung von Opec-Präsident Chakib Khelil ist der Preisverfall zum Großteil auf Spekulationen zurückzuführen. "Sie können also genauso schnell wieder steigen, wie sie gesunken sind", sagte der algerische Energieminister der französischen Zeitung "Liberation".

Man hoffe auf die Belebung der Nachfrage durch die bevorstehende Heizsaison im Winter. Einige Experten der Opec-Staaten hatten wiederholt darauf hingewiesen, man sei sich der Verantwortung für die Weltwirtschaft bewusst und strebe daher einen dauerhaften Ölpreis von etwa 25 Dollar an.

Der jüngste Ölpreis liegt deutlich unterhalb des Opec-Preisbandes von 22 bis 28 Dollar je Fass. Nach dem vereinbarten automatischen Preis- und Fördermechanismus drosselt das Kartell seine Produktion um eine halbe Millionen Barrel am Tag, sollte der Ölpreis 20 Tage lang unterhalb der 22-Dollar-Grenze liegen.

Die Opec-Konferenz, an der auch Vertreter der ungebundenen Ölproduzenten Mexiko und Russland teilnehmen, soll am Nachmittag beginnen.