Vorstand der Porsche-Holding: VW soll draußen bleiben - DER SPIEGEL
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Vorstand der Porsche-Holding VW soll draußen bleiben

Porsche-Finanzchef Härter provoziert die Kollegen von Volkswagen: Auch nach einer Übernahme des Wolfsburger Konzerns sei kein VW-Vertreter im Vorstand der Porsche-Holding geplant, sagte er der "Automobilwoche".
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Wolfsburg/Stuttgart - Holger Härter legt offenbar keinerlei Wert auf die Mitarbeit des VW-Vorstands im Führungsgremium der geplanten Porsche-Holding. Theoretisch wäre der Einzug eines VW-Managers in den Vorstand der Dachgesellschaft möglich, sagte der Porsche-Finanzchef der "Automobilwoche". "Aber Dr. Wiedeking und ich fühlen uns momentan auch so wohl." Letztlich müsse dies aber vom Aufsichtsrat entschieden werden. "VW hat die Meinung von Herrn Härter zur Kenntnis genommen", sagte ein Sprecher des Wolfsburger Konzerns.

VW würde in der Porsche Holding aufgehen, wenn der Sportwagenbauer wie allgemein erwartet die Mehrheit von VW übernimmt. Derzeit begrenzt zwar noch das VW-Gesetz das Stimmrecht von Porsche auf 20 Prozent, der Europäische Gerichtshof wird diese Vorschrift voraussichtlich aber im Oktober kippen.

Auch der Ton auf Betriebsratsebene wird immer schroffer. Der Grund: Die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche-Holding hätte nach Darstellung von VW-Betriebsratschef Osterloh zur Folge, dass die Belegschaften von Volkswagen und Porsche nach einer Übernahme von VW jeweils gleich viele Vertreter in Betriebsrat und Aufsichtsrat entsenden würden. Und das obwohl VW um ein Vielfaches größer ist als der Sportwagenhersteller aus Stuttgart.

Streit soll durch alle Instanzen gehen

Osterloh hatte am Donnerstag gesagt, dem VW-Betriebsrat sei der Text der Vereinbarung "erst kurz vor der Unterzeichnung bekannt geworden". Anschließend habe er mehrfach das Gespräch mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gesucht, der zu Nachverhandlungen jedoch nicht bereit gewesen sei. Dem hielt Porsche-Betriebsrat Uwe Hück im SPIEGEL entgegen, der Wolfsburger Betriebsrat habe ausreichend Zeit gehabt, seine Interessen einzubringen. Osterloh hat dies inzwischen zurückgewiesen. Porsche-Finanzvorstand Härter sagte der "Automobilwoche", die Mitbestimmungsvereinbarung werde nicht mehr verändert.

Der VW-Betriebsrat hat gegen die Vereinbarung allerdings inzwischen geklagt. Man werde notfalls bis vor das Bundesarbeitsgericht ziehen, so Osterloh. Bei einem Scheitern werde man nach einer Aufstockung des Porsche-Anteils an VW auf 51 Prozent erneut "auf Neuverhandlung der Mitbestimmungsvereinbarung klagen".

ase/AP/dpa