Vorstandsrevolution Dresdner-Bank-Chef gibt sein Amt auf
Frankfurt am Main - Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter geht: Nach der Übernahme durch die Commerzbank verlässt er den Finanzkonzern. Walter habe im Hinblick auf den vollständigen Erwerb der Dresdner Bank durch die Commerzbank darum gebeten, mit der Mehrheitsübernahme von seinen Aufgaben als Vorsitzender des Vorstands der Dresdner Bank entbunden zu werden, teilte die Frankfurter Großbank am Mittwoch mit.
Commerzbank-Chef Martin Blessing soll statt seiner den Vorstandsvorsitz der Dresdner Bank bis zur Verschmelzung beider Unternehmen übernehmen. Bislang war vorgesehen, dass Walter als einziger aus dem Dresdner- Bank-Vorstand einen Platz in der Führungsebene der neuen Commerzbank bekommt. Darauf verzichtet der 55-Jährige nun und scheidet aus der Bank aus.
Die Dresdner teilte mit, Walter wolle "auf diese Weise einen klaren und zügigeren Übergang der Verantwortlichkeiten ermöglichen". Er werde jedoch die bisher für die Allianz Gruppe ausgeübten Aufsichtsratsmandate bei internationalen Banken weiter wahrnehmen.
Die Börse reagierte mit einem Kursplus bei der Commerzbank-Aktie. Zuvor hatte der Aufsichtsrat der Commerzbank bereits die beschleunigte Abwicklung des Dresdner Bank-Kaufs bewilligt. "Wir kommen mit der Integrationsvorbereitung weiter zügig voran und haben die Etappenziele für 2008 erreicht", sagte Vorstandssprecher Blessing.
Am 27. November hatten die Bank und der Dresdner-Mutterkonzern Allianz vereinbart, die vollständige Übernahme vom zweiten Halbjahr auf Anfang 2009 vorzuziehen. Die ursprüngliche Vereinbarung von Ende August sah noch vor, dass 60 Prozent der Anteile an der Dresdner Bank im Januar 2009 erworben werden. Die übrigen 40 Prozent sollten erst danach auf die Commerzbank übergehen. Die behördlichen Genehmigungen sollen im Januar 2009 vorliegen.