Vorzeitiger Ruhestand: Wirtschaftsforscher fordert höhere Abschläge - DER SPIEGEL
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Vorzeitiger Ruhestand Wirtschaftsforscher fordert höhere Abschläge

Der Wirtschaftsforscher Bernd Raffelhüschen ist überzeugt, dass die derzeit festgelegten Abschläge für vorzeitige Ruheständler noch nicht ausreichen, um die Finanzierung der Renten sicherzustellen. Der Betrag sollte seiner Einschätzung nach bedeutend höher ausfallen.
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Berlin - "Es wäre sinnvoll, die lebenslänglichen Abzüge bei vorgezogenem Ruhestand von 3,6 auf 4,8 Prozent pro Jahr zu erhöhen. Das stabilisiert die Rentenfinanzen, weil dadurch wirklich länger durchgearbeitet wird", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Um die möglichen Einbußen jedenfalls für die Jüngeren in Grenzen zu halten, fordert die CDU mehr Anreize für Vorsorgeformen wie die Riester-Rente zu schaffen. CDU-Wirtschafts- und Sozialexperte Laurenz Meyer sagte der "Bild"-Zeitung, künftig solle automatisch ein Teil des Einkommens von Arbeitnehmern zur privaten Altersvorsorge abgezogen werden, es sei denn, sie entschieden sich bewusst dagegen. Diese freiwillige Regelung habe Vorteile, sagte Meyer: "So vermeidet man Zwang, aber auch, dass sich jemand später über zuwenig Rente beschwert."

Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, bekräftigte seine Kritik an dem Vorstoß von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD), das reguläre Renteneintrittsalter früher als geplant auf 67 Jahre anzuheben "Solange nicht jeder so lange arbeiten darf, wie er möchte, handelt es sich bei Rente mit 67 um ein staatlich verordnetes Rentenkürzungsprogramm. Die Leute werden heute doch ab 55 in Zwangsrente geschickt, um Rendite zu machen", sagte er der Zeitung.

Müntefering selbst hatte seinen Vorstoß gestern Abend in Berlin noch einmal verteidigt. In den vergangenen 50 Jahren sei die Lebenserwartung und damit die Dauer der Rentenauszahlung um etwa fünf Jahre gestiegen, zugleich aber die Lebensarbeitszeit um vier bis fünf Jahre gesunken. "Da muss man kein Mathematiker sein, da reicht Volksschule Sauerland, um zu wissen: Wir müssen irgendetwas machen." Dies sei die Verschiebung des Renteneintrittsalters nach hinten.

mik/dpa/AP