VW-Affäre: Ex-Betriebsrat Volkert verhaftet - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

VW-Affäre Ex-Betriebsrat Volkert verhaftet

Die Affäre um Lustreisen und Bestechungsgelder im VW-Konzern geht in die nächste Runde. Heute verhaftete die Staatsanwaltschaft den ehemaligen VW-Konzernbetriebsratschef Klaus Volkert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin/Wolfsburg - Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte die Meldungen der Nachrichtenagenturen am Nachmittag. Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe begründete die Maßnahme mit Verdunklungsgefahr. Auch Volkerts Anwalt Peter-Michael Distel bestätigte die Verhaftung.

Volkert war ebenso wie VW-Personalvorstand Peter Hartz 2005 zurückgetreten, kurz nachdem die VW-Affäre um Bestechungsgelder und Lustreisen ins Rollen gekommen war.

In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage gegen Hartz erhoben. Er soll dem Unternehmen innerhalb von annähernd zehn Jahren einen Gesamtschaden von fast 2,5 Millionen Euro zugefügt haben. Die Vorwürfe gegen Hartz beziehen sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf sachlich nicht begründete Geldleistungen an den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Volkert. Dieser soll den Ermittlungen zufolge von 1994 bis 2005 neben seinem Gehalt sogenannte Sonderbonuszahlungen in einer Gesamthöhe von rund 1,95 Millionen Euro erhalten haben, ohne dass dies bei VW offen gelegt worden war.

Weiter wird Hartz vorgeworfen, im Zeitraum zwischen 2000 und 2004 Barauszahlungen in Höhe von knapp 400.000 Euro an Volkerts damalige brasilianische Geliebte Adriana Barres freigegeben zu haben. Ferner geht es um eine Reihe weiterer Vergünstigungen, die Volkert und Barres erhalten haben sollen. So soll Hartz seinen Mitarbeiter Klaus-Joachim Gebauer 1997 angewiesen haben, den damaligen Betriebsratsvorsitzenden "großzügig und wertschätzend" zu behandeln und dabei "nicht kleinlich" zu sein.

Zwischen Gebauer sowie Volkert und Diestel ist es unterdessen zu einer rechtlichen Auseinandersetzung gekommen. Diestel und Volkert veranlassten Strafanzeige gegen Gebauer, wie Diestel am vergangenen Wochenende in Potsdam mitteilte. Hintergrund ist ein Bericht des Magazins "Focus", wonach Gebauer finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt worden sein soll, wenn dieser seine Aussagen vor der Staatsanwaltschaft Braunschweig zu Gunsten Volkerts relativiere. Diestel wies dies zurück.

mik/ddp/dpa/AFP

Mehr lesen über