VW-Affäre: Wulff verweigert Peter Hartz den Persilschein - DER SPIEGEL
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VW-Affäre Wulff verweigert Peter Hartz den Persilschein

In der VW-Korruptionsaffäre gibt es weiter keine Klarheit über das komplette Ausmaß. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff fordert nun eine lückenlose Aufklärung ohne Ansehen der Person. Damit meint er vor allem Personalvorstand Peter Hartz.
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Wolfsburg - "Wir haben die Äußerung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats Ferdinand Piëch, wonach kein Aufhebungsvertrag angeboten wird. Das ist richtig. Aber es kann auch für Peter Hartz und für andere keinen Persilschein geben, sondern wir werden jetzt die Dinge aufbereiten", sagte Wulff am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin Direkt".

Piëch hatte auf die Gerüchte, dass Hartz vorzeitig ausscheiden müsse, gesagt, er sehe dazu überhaupt keinen Anlass. Der Aufsichtsrat werde Hartz keinen Aufhebungsvertrag anbieten.

Wulff verlangte nun eine genaue Aufklärung. "Diejenigen, die sich dann etwas vorzuwerfen haben, die müssen dann auch die Konsequenzen ziehen." Darüber hinaus müssten Vorkehrungen getroffen werden, um solche Vorgänge weiter zu erschweren, obwohl man vor kriminellen Machenschaften nie ganz sicher sei. "Aber man muss dann eben hart vorgehen gegen die, die sich was zu Schulden kommen lassen haben", sagte der CDU-Politiker.

IG Metall setzt Volkert unter Druck

Auch Bernd Osterloh, der designierte Nachfolger des zurückgetretenen VW-Betriebsratschefs Klaus Volkert, und die IG Metall verlangten eine umfassende und zügige Untersuchung. Die IG Metall forderte Volkert auf, "umgehend zu den Anschuldigungen gegen seine Person Stellung zu beziehen". Die Mitglieder der Gewerkschaft hätten einen Anspruch darauf, dass Volkert an der Aufklärung der Affäre aktiv mitarbeite. Volkert ist seit seinem Rücktritt nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden.

Laut SPIEGEL-Informationen stolperte Volkert unter anderem über Kosten, die für Flüge einer mit ihm persönlich bekannten Brasilianerin angefallen sein sollen. Demnach war die Frau mehrfach auf Kosten von VW First Class nach Deutschland geflogen. Die Abrechnungen dafür seien als Auslagen für andere Projekte des Betriebsrates verrechnet worden.

Im Zentrum der Ermittlungen wegen Untreue und Betrug stehen der ehemalige Skoda- Personalchef Helmuth Schuster, der als enger Vertrauter von Hartz gilt, sowie ein weiterer Ex-Mitarbeiter. Schuster soll unter anderem Schmiergelder von Zulieferfirmen verlangt haben. VW hatte Schuster und den anderen Mitarbeiter Mitte Juni fristlos entlassen.

Die Schmiergeldaffäre verzögert auch die geplante Expansion von VW im Ausland. Konzernchef Bernd Pieschetsrieder habe die Entscheidung des Vorstands zum Aufbau einer Produktionsstätte in Indien auf Eis gelegt, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Zuliefererkreise. Auch der Bau einer geplanten Montagestätte in Angola sei vorerst gestoppt worden. Ein Konzernsprecher wollte dies nicht kommentieren.