VW Kräftige Gewinneinbußen
Wolfsburg - Der Jahresüberschuss des Konzerns blieb mit 1,651 Milliarden Mark (840 Millionen Euro) knapp 600 Millionen Mark unter dem Rekordgewinn des Vorjahres von 2,243 Milliarden Mark. Es ist aber immer noch das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. "Ohne die Verluste in Südamerika und die Steuerreform hätten wir ein Ergebnis wie im Vorjahr gehabt", sagte ein VW-Sprecher.
Weltweit setzte VW mit allen Konzernmarken 4,923 Millionen Autos ab; das sind knapp vier Prozent mehr als 1998. Der Umsatz stieg um fast zehn Prozent auf 147 Milliarden Mark (75,2 Milliarden Euro). Das Ergebnis vor Steuern allerdings blieb mit 4,933 Milliarden Mark bereits um gut 21 Prozent unter dem Vorjahresniveau, womit sich die Umsatzrendite deutlich verschlechtert hat.
Die Steuerreform schlägt nach VW-Angaben allein mit 389 Millionen Mark zu Buche. Demnach dürfte VW in Südamerika etwa 200 Millionen Mark Verlust gemacht haben. Allerdings gab es in Südamerika auch in den Jahren zuvor bereits deutliche Absatzrückgänge.
Trotz des Gewinneinbruchs will der Vorstand die Dividende für die Aktionäre auf Vorjahresniveau halten und 0,77 Euro je Stammaktie und 0,83 Euro je Vorzugsaktie zahlen.
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt VW trotz der Absatzrückgänge in den ersten beiden Monaten in Deutschland optimistisch. Der Vorstand erwarte "für das Jahr 2000 einen weiteren Absatz- und Umsatzanstieg und ein Ergebniswachstum", heißt es in der Mitteilung. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung bleibe in den kommenden Jahren auf hohem Niveau. Der Planung liege eine insgesamt positive Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes zu Grunde.
Weltweit hatte VW die Auslieferungen im Januar allerdings nur sehr geringfügig gesteigert. In Deutschland brach der Absatz im Vergleich zum Januar 1998 um 16 Prozent ein. Auch im Februar verkaufte VW im Inland weniger Autos. Jedoch sei der Absatz bei VW schon weniger stark gesunken als der gesamte deutsche Automobilmarkt, sagte VW-Markenvertriebsvorstand Hans-Ulrich Sachs im Gespräch mit NDR 1 Radio Niedersachsen.