VW-Manager Hartz "Null Spielraum"
Wolfsburg - Angesichts der bevorstehenden Tarifverhandlungen lässt Hartz keinen Zweifel an der harten Haltung der Konzernspitze. "Auf einen einfachen Satz gebracht: Es gibt null Spielraum für Einkommenserhöhungen", sagte er heute bei einer Pressekonferenz in Wolfsburg.
Die IG Metall hatte zuvor Einkommensverbesserungen um vier Prozent gefordert und eine zehnjährige Bestandsgarantie für die deutschen Arbeitsplätze verlangt. Hartz führte zur Begründung der Nullrunde die enttäuschende Entwicklung der Autokonjunktur in Europa an und sprach von einem immer stärkeren Preiskampf der Autohersteller. "Wenn wir hier weiter bestehen und unsere Arbeitsplätze in Deutschland sichern wollen, braucht Volkswagen deutlich bessere Kostenstrukturen. Das gilt auch für die Arbeitskosten, die bis zum Jahr 2011 um 30 Prozent sinken müssen." Hartz zufolge geht es bei den Tarifverhandlungen deshalb nicht nur um einen Tarif-, sondern auch "um eine Richtungsentscheidung".
Eine juristisch belastbare Jobgarantie für die VW-Beschäftigung lehte der Personalmanager ab. Seinen Worten zufolge soll es lediglich eine Selbstverpflichtung des Konzerns geben.
Das bedeute nicht, dass die heutigen Mitarbeiter weniger in der Tasche haben werden, so Hartz. "Vielmehr geht es um eine intelligente, strukturelle Neuorientierung der Arbeitskosten." VW will zudem sein Vergütungssystem radikal vereinfachen. Von aktuell 22 Entgeltstufen und mehr als 400 Tätigkeitsbeschreibungen sollen lediglich 12 Einkommensgruppen übrig bleiben, sagte Hartz. Hierarchien sollten abgebaut und so genannte "Job Families" eingeführt werden.
Neue Wege wolle der Konzern in der Gesundheitsversorgung gehen. Die Mitarbeiter sollen "Gesundheitsbausteine" erhalten, mit denen medizinische Angebote und Versicherungsleistungen bezahlt werden können. "Im Gegenzug gleicht die Belegschaft Krankheitskosten pauschal durch zusätzliche Arbeitszeit oder Verrechnung von Tarifleistungen aus", so das Konzept des Personalchefs.
Das Einkommen bei Volkswagen soll dem Konzept zufolge künftig aus 70 Prozent festen und 30 Prozent variablen Anteilen bestehen. Das Volumen der Arbeitszeitkonten soll von jährlich 200 auf 400 Stunden ausgeweitet werden. Auszubildende sollen weniger verdienen, dafür will der Konzern die Zahl der Azubi-Plätze um 20 Prozent erhöhen. Hartz zufolge soll sich das Konzept nicht nur auf die rund 103.000 Mitarbeiter der Marke Volkswagen erstrecken, um deren Bezüge es in den anstehenden Tarifverhandlungen geht. Die neuen Regelungen sollen alle 176.544 Mitarbeiter betreffen, die in Deutschland für den Konzern arbeiten.