VW-Markenstrategie Sportlich, klassisch, nützlich
Barcelona - "Seat, Audi und Lamborghini werden im Volkswagen-Konzern eine sportliche Gruppe bilden und sich mehr als bisher in den Bereichen Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing unterstützen", zitiert die "Financial Times Deutschland" den künftigen VW-Chef. Die Marken Volkswagen, Skoda und Bentley sollen dem Bericht zufolge zu einer klassischen Sparte zusammengefasst werden, im Nutzfahrzeugbereich sind weitere Synergien von Scania und der VW-Nutzfahrzeugsparte geplant.
Pischetsrieder, der im April nächsten Jahres den VW-Vorstandsvorsitz von Ferdinand Piëch übernehmen wird, habe jedoch betont, dass die Marken auch künftig getrennte Händlernetze haben sollen. Im Vorfeld der Aufsichtsratsitzung, die für den 23. November geplant ist, war spekuliert worden, künftig könnten Seat-Modelle auch von Audi-Händlern verkauft werden und umgekehrt. Dass die Marken hinter den Kulissen enger zusammenrücken, daran ließ Pischetsrieder dem Bericht zufolge jedoch keinen Zweifel. Wie weit sich dies in der künftigen Organisation des VW-Konzerns niederschlagen wird, ließ er offen.
"Wir verkaufen keine Organisationen, wir verkaufen Autos", sagte er. Vieles, was darüber in den vergangenen Wochen spekuliert wurde, verwies der ehemalige BMW-Chef ins Reich der Phantasie. Seat, Audi und Lamborghini, die sportliche Sparte des VW-Konzerns, sollen nach Pischetsrieders Worten künftig als komplementäre Marken geführt werden, sich also vom Modellprogramm her ergänzen. Seat soll dabei als Einstiegsmarke fungieren, während Audi und Lamborghini preislich darüber angesiedelt werden sollen.
Außerdem will der künftige VW-Chef mehr Nischenmodelle anbieten. "Wir decken mit unserem Modellprogramm derzeit nur 75 Prozent des Weltmarktes ab. 25 Prozent der weltweit verkauften Autos werden in Segmenten verkauft, in denen Volkswagen gar nicht vertreten ist", sagte Pischetsrieder der Zeitung. Als Beispiele nannte er einen Seat-Roadster für rund 30.000 Mark und einen Minivan auf VW-Golf-Basis.