VW-Schmiergeldaffäre: Rücktritt, Gerüchte, Dementis - DER SPIEGEL
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VW-Schmiergeldaffäre Rücktritt, Gerüchte, Dementis

Die Schmiergeldaffäre bei Volkswagen weitet sich aus. Nach dem überraschenden Rücktritt von Betriebsratschef Volkert hat Konzernchef Pischetsrieder eine lückenlose Aufklärung angekündigt. Einen Magazin-Bericht, wonach Personalchef Peter Hartz im Zusammenhang mit dem Skandal kurz vor dem Rücktritt steht, dementierte VW umgehend.
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Wolfsburg/Hamburg - Pischetsrieder hat eine genaue Aufklärung aller Vorwürfe im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren Skoda-Personalchef Helmuth Schuster angekündigt. "Volkswagen hat vor einigen Tagen die Staatsanwaltschaft Braunschweig eingeschaltet, um vorliegenden Hinweisen des Konzerns weiter nach zu gehen. Volkswagen arbeitet hierbei eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Dabei wird allen vorliegenden Hinweisen nachgegangen", erklärte der VW-Chef. Zu Details äußerte er sich nicht.

Betriebsratschef Volkert hatte heute auf einer Betriebsversammlung angekündigt, sein Stellvertreter Bernd Osterloh werde bereits morgen sein Amt übernehmen. Nach Angaben von Teilnehmern verwies Volkert zur Begründung auf sein Alter.

Volkert ist laut SPIEGEL-Informationen in Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Affäre um Schuster verwickelt. Die interne Revision von VW prüft derzeit Vorwürfe, nach denen Volkert mit Schuster an einem Unternehmen beteiligt sein soll, das sich um einen Auftrag von Skoda in Prag beworben hatte. Volkert bestreitet jegliche Verwicklung in die Bestechungsaffäre. "Ich habe mich keiner kriminellen Handlung schuldig gemacht", sagte er heute in Wolfsburg. Der Betriebsrat habe in Abstimmung mit Volkert beschlossen, seinen Abschied vorzuziehen, "in Kenntnis der zu erwartenden öffentlichen Diskussion um scheinbare Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit seiner Person".

Wer wusste wann was?

Schuster wurde bereits von VW entlassen, weil er Bestechungsgelder von potentiellen Lieferanten gefordert haben soll. Der Volkswagen-Konzern hatte vor wenigen Tagen deswegen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig eingereicht.

Die "Wirtschaftswoche" berichtet heute unter Berufung auf gut informierte Kreise, der Rücktritt von Betriebsratschef Klaus Volkert am Donnerstag sei erst die "Spitze des Eisbergs". Die Affäre werde sich zu einem "Skandal von der Größenordnung der Neuen Heimat ausweiten", zitiert das Blatt einen Konzerninsider. Auch Personalvorstand Hartz stehe vor dem Rücktritt. Ein Konzernsprecher dementierte die Meldung umgehend: "Hartz ist und bleibt Personalvorstand bei Volkswagen."

Das Magazin will zudem erfahren haben, dass schon bald noch weitere prominente Personen von dem Skandal erfasst werden könnten. Als mögliche weitere Mitwisser der vermuteten Machenschaften bei VW nannte ein "mit dem Vorgang Befasster" laut dem Blatt unter anderem VW-Aufsichtsratsmitglied Jürgen Peters, zugleich Chef der IG Metall, Niedersachsens früheren Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel (SPD) und sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der vor Gabriel und dem jetzigen Minsterpräsidenten Christian Wulff (CDU) ebenfalls Aufsichtsratsmitglied bei VW war.

Gabriel wies die in dem Bericht angedeutete angebliche Mitwisserschaft in der Affäre als "ungeheuerliche Verleumdung" zurück. Bundeskanzler Schröder will juristisch gegen den Bericht vorgehen. Regierungssprecher Béla Anda teilte heute in Berlin mit Bezug auf den Bericht mit: "Dies ist eine falsche, verleumderische Behauptung, gegen deren Verbreitung der Bundeskanzler sich auch rechtlich wehren wird." Eine IG-Metall-Sprecherin erklärte, Peters wolle sich nicht zu dem Sachverhalt äußern.