Wachstum 2006 Fast ein Prozentpunkt durch Fußball-WM
Witten/Herdecke - "Das macht in zwei Jahren vor der WM, eingeschlossen der Veranstaltungstage selbst, rund 40 Milliarden Euro aus", sagte der Wissenschaftler der Privatuniversität Witten/Herdecke in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Frick summiert Leistungen wie Milliarden-Investitionen in Infrastruktur und Stadien, kurzzeitige Arbeitsmarkteffekte und Tourismuseinnahmen.
Der Ökonom warnte gleichzeitig davor, den langfristigen Nutzen sportlicher Großveranstaltungen zu überschätzen. US-Studien zufolge falle der Nutzen beispielsweise nach Olympischen Spielen deutlich geringer aus als zuvor erwartet. Für die Fußball-WM sollten deshalb Szenarien mit unterschiedlichen Annahmedaten durchgerechnet werden, damit man hinterher nicht aus allen Wolken falle. "Der Honeymoon-Effekt wird vielleicht drei bis vier Jahre anhalten. Die Frage ist dann, wie viele Arbeitsplätze übrig bleiben, wie viele ausländische Touristen zu einem Besuch oder ausländische Unternehmen zur Ansiedlung durch die WM angelockt werden?"
Der Arbeitsmarkt wird nach Schätzung des Sportökonomen nur gering profitieren. "Während der WM werden etwa 80.000 bis 100.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt. Das werden aber vielfach Jobs wie Eis- oder Bierverkäufer sein. Da werden kaum bleibende Arbeitsplätze dabei sein. "In der jetzigen Arbeitsmarktsituation ist es aber schon gut, wenn ein paar Tausend vorübergehend in Arbeit sind", meinte Frick.