Wachstumsschwäche: Euro-Land wird abgehängt - DER SPIEGEL
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Wachstumsschwäche Euro-Land wird abgehängt

Deutschland, Italien und die Niederlande sind in die Rezession gerutscht, Frankreich meldet eine sinkende Wirtschaftsleistung. Während der Konjunkturmotor in den USA und Japan wieder anläuft, regiert in der Euro-Zone noch das Prinzip Hoffnung.
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Hamburg - Der Abstand ist jetzt schon deutlich. Das Europäische Statistikamt Eurostat schätzt für das zweite Quartal 2003, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone insgesamt stagniert. In den USA und in Japan hingegen wurden jeweils 0,6 Prozent Wirtschaftswachstum verzeichnet.

Noch unschöner wird das Bild, wenn man die drei größten Volkswirtschaften des Euro-Raumes betrachtet. In Deutschland und Italien schrumpfte das jeweilige Bruttoinlandsprodukt jeweils zwei Quartale in Folge, auch Frankreich musste am Mittwoch ein negatives Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent melden. Dort war das BIP im ersten Quartal noch um magere 0,2 Prozent gewachsen. Hinzu kommt, dass auch die Niederlande in die Rezession gerutscht ist. Hier ist das BIP zweimal in Folge um 0,5 Prozent geschrumpft. Gemeinsam sorgen diese vier Volkswirtschaften für 75 Prozent der Wirtschaftleistung der Euro-Zone.

Nach Einschätzung des Hamburger Weltwirtschaftsarchivs (HWWA) werden die Europäer in diesem Jahr weder die wirtschaftliche Dynamik der USA noch die Japans erreichen. Während die Euro-Länder 2003 nur auf ein schwaches Wachstum von 0,7 Prozent kommen, wird die japanische Wirtschaft nach Einschätzung der Konjunkturforscher um 1,8 Prozent wachsen, die US-amerikanische sogar um 2,2 Prozent - Das deutsche Wachstum geben die HWWA-Experten für dieses Jahr mit Null Prozent an.

Eine Verbesserung der Weltkonjunktur, so die Hamburger Konjunkturforscher, wird allein von den USA und den ostasiatischen Schwellenländern getragen werden. Den Euro-Raum werde die Erholung erst 2004 erfassen.

Ähnlich vorsichtig äußert sich das Münchner ifo-Institut. Sie registrierten zwar eine Verbesserung ihres Wirtschaftsklima-Indexes im Euro-Raum von 74,6 auf 78,0 Punkte. "Diese Besserung beruht jedoch ausschließlich auf optimistischeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate, während sich die Urteile zur aktuellen wirtschaftlichen Lage sogar weiter verschlechterten", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Die ungünstigsten Urteile zur aktuellen Lage wurden nach ifo-Angaben für Portugal, Deutschland und die Niederlande abgegeben. Eher positiv sei jeweils die Situation in Finnland, Griechenland, Luxemburg und Spanien bewertet worden. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate hätten sich überall in der Euro-Zone verbessert mit Ausnahme Irlands, wo eine weitere Abschwächung des allerdings immer noch relativ hohen Wachstums erwartet werde.