Wachstumssignal Trendwende im Einzelhandel
Berlin - Im Vergleich zum Mai setzten die Einzelhändler im Juni real 1,9 Prozent mehr um, heißt es in einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes. Ohne Berücksichtigung der Inflation stieg der Branchenumsatz den Angaben zufolge um 2,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr dagegen fielen die Umsätze real um 0,5 Prozent und nominal um 0,4 Prozent. Der Juni 2003 hatte allerdings auch zwei Verkaufstage weniger als der Juni 2002. Im gesamten ersten Halbjahr setzte der Einzelhandel den Angaben zufolge real 0,2 Prozent mehr um als vor Jahresfrist.
Volkswirte führten die im Vergleich zum Mai guten Umsätze im Juni auch auf die längeren Ladenöffnungszeiten zurück. "Außerdem wird die Steuerdebatte im Juni einen positiven Effekt gehabt haben, zudem war das Wetter sehr gut. Die Sorge über den Arbeitsmarkt wirkt dagegen sicherlich weiterhin belastend", sagte Ulla Lahl von der Mizuho Corporate Bank. Die Daten vom Juni bestätigten nach Einschätzung von Lahl den positiven Trend beim Ifo-Geschäftsklimaindex und beim GfK-Konsumklimaindikator. Die seit Juni längeren Öffnungszeiten an Samstagen seien offensichtlich ein Erfolg.
Auch im Juni entwickelten sich die einzelnen Branchen des Einzelhandels unterschiedlich. Während der Handel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren zum Vorjahr real 1,0 und nominal 1,8 Prozent mehr umsetzte, erreichte das Geschäft mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern nicht den Vorjahresumsatz. Dort gingen die Erlöse zum Juni 2002 real um 1,6 und nominal um 2,1 Prozent zurück. Gegen diesen Trend verliefen jedoch die Geschäfte im Fachhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten sowie bei den Apotheken, wo der Umsatz real um 2,7 und nominal um 1,6 Prozent zulegte. Auch der Versandhandel blieb über dem Vorjahresergebnis (real plus 2,1 und nominal plus 1,4 Prozent).