Währungen: Euro erklimmt neuen Höchststand - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Währungen Euro erklimmt neuen Höchststand

Immobilienkrise in den USA, ein hoher Ölpreis und sinkende Leitzinsen - Anleger werden gegenwärtig geradezu in Euro-Investments hineingesogen. Die Gemeinschaftswährung erreichte heute zeitweise einen neuen Rekordwert - in der Spitze bis auf 1,4438 US-Dollar.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die erst zum Wochenausklang erreichte Rekordmarke von knapp 1,44 US-Dollar wurde damit deutlich übertroffen. Zuletzt kostete ein Euro 1,4410 Dollar. Der Dollar war 0,6939 Euro wert. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,4384 Dollar festgesetzt.

"Der Euro jagt von Hoch zu Hoch", betonte Ökonom Rainer Sartoris vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dieser Trend dürfte zunächst anhalten. Der Grund ist laut Experten die Erwartung weiter sinkender Leitzinsen in den USA angesichts der Immobilienkrise. "Die Fed dürfte die Märkte wohl nicht enttäuschen", erklärte Sartoris. Am Markt wird für Mittwoch eine Leitzinssenkung von mindestens 0,25 Prozentpunkten erwartet.

Für die Eurozone ist der Zinskurs Ökonomen zufolge unterdessen weniger klar vorgezeichnet. Angesichts weiterhin bestehender Inflationsrisiken gilt für die Eurozone eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank als weiterhin nicht gänzlich ausgeschlossen.

Nicht zuletzt Bundesbankpräsident Axel Weber hatte in jüngster Zeit vor weiter bestehenden Inflationsgefahren gewarnt. Allerdings wird der Preisauftrieb Ökonomen zufolge durch den Euro-Höhenflug zumindest etwas gedämpft, da viele Rohstoffe wie zum Beispiel Rohöl in Dollar abgerechnet werden.

Die Commerzbank sieht angesichts einer ungewöhnlichen Fülle an herausragenden US-Konjunkturdaten in der laufenden Woche und der Zinsentscheidung der US-Notenbank an diesem Mittwoch die "Woche der Wahrheit". Dem "stark angeschlagenen Dollar" könnte eine Achterbahnfahrt drohen, heißt es in einer am Morgen veröffentlichten Studie des Bankhauses. Die Zinssenkungserwartungen seien ausgeprägt.

Ein robustes Wirtschaftswachstum im dritten Quartal könnte die Zinserwartungen am Mittwoch aber dämpfen.

mik/dpa-AFX