Soll die Ukraine Waffen aus dem Westen bekommen? Unser grafischer Überblick zeigt, wer vom globalen Waffenhandel profitiert.
Der Ukraine-Konflikt gehört zu den drängendsten Themen der Sicherheitskonferenz in München. Lässt er sich militärisch lösen? Auf keinen Fall, fordern die deutsche und die britische Regierung. In Washington hingegen werden Waffenlieferungen in die Ukraine zumindest erwogen.
Grundsätzlich liefert Deutschland Waffen nicht in Kriegsgebiete. Besonders häufig verlassen Waffenexporte Deutschland in Richtung USA, Griechenland und Israel, das seine Rolle als Importeur für deutsche Waffensysteme in den vergangenen Jahren sogar noch gesteigert hat. Im Zeitraum von 2009 bis 2013 war Deutschland weltweit der größte Exporteur von U-Booten und nach Russland zweitgrößter Lieferant von Panzern.
Um Waffenexporte international vergleichbar zu machen, beschreibt das Friedensforschungsinstitut Sipri sie mit einem eigenen Indikator, dem TIV (Trend Indicator Value) . Ein TIV entspricht etwa einer Million US-Dollar und bezieht sich nicht auf die tatsächlichen Verkaufspreise, sondern steht für den Wert und Umfang der exportierten Güter.
Betrachtet man Waffenlieferanten und Importeure im weltweiten Maßstab, verwundert das US-amerikanische Interesse an einer militärischen Lösung im Ukraine-Konflikt nicht, schließlich dominiert das Land den globalen Waffenhandel - gemeinsam mit Russland. Unter den Käufern von großen Waffensystemen liegt Indien mit Abstand an der Spitze. Es importierte von 2009 bis 2013 fast dreimal so viele Waffen wie die nächstplatzierten Länder China und Pakistan - Tendenz steigend.
Für die Ukraine verzeichnet das Sipri-Institut lediglich Exporte von Waffensystemen, keine Einfuhren. Aus Deutschland bekommt das Land aber durchaus Rüstungsgüter. Laut dem Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wurden 2013 Ausfuhren für Geländewagen, Kleinwaffen und Munition in die Ukraine genehmigt - im Gesamtwert von immerhin 4,8 Millionen Euro.
Die Co-Dominanz der USA beim Waffenexport zeigt sich auch in der Übersicht der wichtigsten Rüstungsunternehmen. Fünf der sechs größten Hersteller haben laut einer Auswertung des Sipri-Instituts ihren Sitz in den USA. Allen voran Lockheed Martin mit Verkäufen im Wert von 35,5 Milliarden Dollar im Jahr 2013.
Deutschland ist in diesem Ranking mit dem europäischen Konzern EADS und dem Unternehmen Rheinmetall vertreten, das seinen Sitz in Düsseldorf hat. Schon auf den ersten Blick zeigt die Weltkarte der 40 absatzstärksten Hersteller, wie die USA und Westeuropa den Großteil des Marktes unter sich aufteilen.
Der geringe Marktanteil russischer Unternehmen täuscht darüber hinweg, dass das Land wie bereits beschrieben gerade beim Export schwerer Waffensysteme eine gewichtige Rolle spielt. Im Vergleich der Jahre 2009 bis 2013 liegt Russland mit einem Anteil von 27 Prozent nur knapp hinter den USA. Deutschland folgt laut der Sipri-Datenbank auf dem dritten Rang.
Allerdings hat sich viel getan innerhalb dieses Zeitraums: China arbeitet schwer an seinem Aufstieg zur militärischen Supermacht. 2013 betrug der Rüstungsetat des kommunistischen Landes 112 Milliarden US-Dollar, im internationalen Waffenhandel stieg China zu einem der wichtigsten Exporteure auf. Im Ranking hat es Deutschland mittlerweile überholt und steht im Jahr 2013 auf Rang drei.