Waffenexporte Deutsche Firmen fälschten Ausfuhrpapiere
Berlin - Zielort der zweifelhaften Lieferungen seien häufig die Krisenregionen im Nahen Osten, berichtet die ZDF-Sendung "Kennzeichen D". Allein in den vergangenen drei Jahren habe das Bundesausfuhramt (BAFA) in Eschborn 153 Anträge auf Ausfuhrgenehmigung für so genannte Dual-Use-Güter in den Iran oder Libyen wegen Verdachts auf militärische Verwendung abgelehnt.
Viele deutsche Unternehmen versuchen jedoch nach ZDF-Informationen, Exportvorschriften durch Täuschungen der Behörden zu umgehen. In einem Fall seien Entnahmehaken für eine Gas-Ultrazentrifuge zur Urananreicherung für Atomwaffen im Genehmigungsantrag als "Alu-Halberzeugnisse für die Kugelschreiberproduktion" bezeichnet worden. Ein anderes Mal wurde ein Brennkammerteil für Scud-B-Raketen in den Ausfuhrunterlagen als "Milchseparator für die Zentralmolkerei in Bagdad" deklariert. Leonhard Bierl vom Zollkriminalamt in Köln sagte: "Papiere werden gefälscht. Das ist leider eine gängige Praxis."
Auch Libyen bemüht sich den Recherchen zufolge zunehmend um Hightech-Lieferungen, um die Reichweiten seiner Scud-B-Raketen zu steigern sowie B- und C-Waffen zu produzieren. Dazu werde auch das Technologiezentrum Rabta genutzt. Nahöstliche Geheimdienste vermuten, dass dort die Giftgase Sarin, Tabun, Soman, Senfgas und VX hergestellt werden.