Wahlbörse: Märkte hoffen auf Schwarz-Gelb - DER SPIEGEL
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Wahlbörse Märkte hoffen auf Schwarz-Gelb

Der Ausgang der Bundestagswahl dürfte in der kommenden Börsenwoche die Aktienkurse bewegen. Besonders ein mögliches rot-rot-grünes Regierungsbündnis besorgt die Börsianer.
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Frankfurt am Main - "Ein Sieg von Union und FDP könnte die Börse zumindest kurzzeitig antreiben", zitiert die Agentur dpa-afx einen Marktteilnehmer. Viele Anleger hoffen demnach auf einen Sieg von Union und FDP, weil sie von diesem Bündnis ein höheres Reformtempo erwarten. In diesem Fall könnte der Dax   kommende Woche erneut die Marke von 5000 Punkten überspringen.

Schon in den vergangenen Monaten hatte die Aussicht auf einen Regierungswechsel die Kurse klettern lassen. Seit der Ankündigung von Neuwahlen im Mai stieg der Deutsche Aktienindex um rund 600 Punkte.

Entsprechend zeigte sich der Markt zuletzt verunsichert, zumal sich kurz vor der Wahl doch noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden großen politischen Lager abzeichnete. Allerdings wären nach Ansicht der Marktbeobachter auch unter einer Großen Koalition von Union und SPD angesichts der anziehenden Konjunktur im vierten Quartal neue Dax-Jahreshochs zu erwarten.

Wenn die Linkspartei Regierungsverantwortung übernehmen, rechnet die Börse hingegen mit Abschlägen. "Sollte es aber entgegen unserer Erwartung zu einer rot-rot-grünen Regierung kommen, so würde der Dax deutliche Kursverluste verzeichnen und der Aufwärtstrend wäre zunächst beendet", warnten die Experten der HypoVereinsbank (HVB).

Sollte die Auszählung am Wochenende so knapp ausfallen, dass die endgültige Entscheidung erst bei der Nachwahl in Dresden fällt, wird der Dax den Aktienexperten zufolgen unter starken Schwankungen auf seinem aktuellen Niveau bleiben. Wegen des Todes einer Kandidatin wird in einem Dresdener Wahlkreis voraussichtlich erst am 2. Oktober gewählt. 2002 wurde die SPD bundesweit nur mit einem Vorsprung von wenigen tausend Zweitstimmen stärkste Partei.

Die Börsenbeobachter wollen den Wahlausgang insgesamt nicht überbewerten. Nach Einschätzung der Commerzbank wird die Entwicklung des Marktes zwar zunächst sehr stark vom Wahlergebnis abhängen. "Ungeachtet dieser eher kurzfristigen Reaktion bleiben die Perspektiven für Aktien gut", berichten die Experten des Frankfurter Instituts. Aufgrund der moderaten Bewertung besäßen vor allem deutsche Aktien Kurspotenzial.