Wahlgeschenk: Deutliches Plus bei der Rente - DER SPIEGEL
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Wahlgeschenk Deutliches Plus bei der Rente

Die rund 17 Millionen Rentner in Deutschland können zum 1. Juli mit dem höchsten Rentenzuwachs seit Jahren rechnen. Im Westen werden die gesetzlichen Altersbezüge um 2,16 Prozent angehoben, im Osten um 2,89 Prozent.
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Berlin - "Erstmals seit 1994 liegt in diesem Jahr die Rentenanpassung in den alten Bundesländern wieder über der Zwei-Prozent-Marke. Für die neuen Bundesländer bedeutet die Erhöhung der Renten um 2,89 Prozent die höchste Anpassung seit dem Jahr 1997", sagte Arbeitsminister Walter Riester (SPD) nach dem Beschluss des Bundeskabinetts vom Mittwoch in Berlin. Der Verordnung muss noch der Bundesrat zustimmen.

Im vergangenen Jahr hatten die Rentner im Westen 1,91 Prozent und im Osten 2,11 Prozent mehr bekommen. Mit der Anpassung 2002 nähern sich die Renten in Ost und West nach Feststellung der Regierung weiter an: Die durchschnittlich verfügbare Standardrente im Osten wird vom 1. Juli 2002 rund 87,8 Prozent der vergleichbaren Westrente erreichen. Derzeit liegt das Verhältnis bei 87,2 Prozent. Riester hält es für möglich, dass die Ost-Renten bis zum Jahr 2017 das Westniveau erreicht haben. "Je nach Lohnentwicklung kann die Anpassung aber auch früher erreicht sein."

Kritik an der Rentenerhöhung kam aus den Reihen der Union. Der sozialpolitische Sprecher der CSU-Bundestagsgruppe, Johannes Singhammer, sagte, die Senkung des Rentenniveaus durch die rot-grüne Rentenreform wirke sich bereits jetzt aus, ohne dass die Rentner es wirklich merkten.

Durch die neue modifizierte Nettolohnanpassung würden Steuerersparnisse der Arbeitnehmer nicht mehr an die Rentner weitergegeben. Vom kommenden Jahr an werde die Rentenanpassung auch noch um die private Altersvorsorge der Arbeitnehmer vermindert. "Die Rentner und Versicherten werden darüber aber nicht aufgeklärt."