Wal-Mart Der Parkplatz als Profit-Center
Vom nächsten Monat wird die Kunden auf dem Weg vom Parkplatz zum Wal-Mart-Eingang ein glitzerndes Angebot von 70 bis 100 Gebrauchtwagen des US-Autohändlers Asbury Automotive erwarten - keiner mehr als vier Jahre alt und mit weniger als 75.000 Meilen auf dem Tacho.
Die Preise sollen zwar nicht verhandelbar sein, aber die Kaufverträge werden einige verbraucherfreundliche Klauseln enthalten. Es gibt eine Fünftage-Geld-Zurück-Garantie ohne Fragen und das Recht, den Wagen innerhalb von 30 Tagen gegen ein anderes Modell zu tauschen. Außerdem wird ein einwandfreier Betrieb für 3300 Meilen gewährleistet und Pannenhilfe über einen Zeitraum von zwölf Monaten versprochen.
Um das Risiko des kniffligen Gebrauchtwagengeschäfts auszuschalten, haben sich die Wal-Mart-Manager mit Asbury Automotive die fünftgrößte Autohändler-Kette der USA ins Boot geholt. Wal-Marts Einsatz bei dem Joint Venture namens Price 1 beschränkt sich auf die Überlassung des Parkraumes. Finanziell beteiligt sich der Discount nicht an dem Abenteuer. Auch seinen Namen stellt er nicht zur Verfügung.
Wal-Mart-Sprecher Jay Allen sieht darin kein Manko: "Für uns galt es nur, dem Verbraucher wirklich alles aus einer Hand liefern zu können, vom Friseur über die Bankfiliale bis zum Optiker. Wenn der Kunde das Angebot annimmt, werden bald auch Gebrauchtwagen dazugehören."
Für Asbury Automotive erscheint das Geschäft trotzdem attraktiv. "Der Standort direkt an den Wal-Mart-Filialen ist hervorragend", sagt ein Asbury-Manager, "das reduziert die Marketing-Kosten und hilft uns, die Preise niedrig zu halten."
Bei der Präsentation seines Angebots orientiert sich der Autohändler am Vorbild des erfolgreichen Gebrauchtwagenhändlers CarMax. CarMax besitzt inzwischen 40 Filialen, die hochprofitabel arbeiten. Price 1 wäre der einzige ernsthafte Wettbewerber, nachdem die nach dem gleichen Strickmuster aufgebaute Kette Auto Nation's 1999 aufgegeben hat.