Wal-Mart Gehaltserhöhungen gegen das schlechte Image
New York - "Wir müssen sicherstellen, dass Wal-Mart ein großartiger Ort zum Arbeiten ist, wo jeder Mitarbeiter seinen gerechten Lohn erhält und für außerordentliche Leistungen auch Bonuszahlungen erhalten kann", sagte Scott auf der Hauptversammlung des Konzerns in Fayetteville (Arkansas). Er forderte die verantwortlichen Manager des Unternehmens zum Umdenken auf. "Wir müssen uns darum bemühen, dass die Mitarbeiter wieder Vertrauen fassen. Die Belange jedes Einzelnen müssen uns am Herzen liegen. Führungskräfte, die das nicht begreifen, haben bei Wal-Mart keine Zukunft."
Mit Skandal-Meldungen soll in Zukunft Schluss sein, wenn es nach Scott geht. "Wenn 50 Prozent der Bewerber für offene Stellen Frauen sind, dann werden auch 50 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt werden", sagte er in Anspielung auf laufende Gerichtsverfahren wegen Frauendiskriminierung.
Die Sorge einiger Anleger, das neue Gehaltsgefüge könne die Rendite beeinträchtigen, versuchte Scott zu zerstreuen. Zwar würden viele Mitarbeiter eine spürbare Lohnerhöhung erhalten, doch die Kosten dafür würde durch zusätzliche Motivation mehr als wettgemacht. Wal-Mart werde wettbewerbsfähiger und die Fluktuation werde zurückgehen.
Der Handelsriese, der weltweit rund 1,3 Millionen Mitarbeiter beschäftigt, war in der Vergangenheit wiederholt in die Schlagzeilen geraten. In Duzenden Verfahren musste sich die Geschäftsführung wegen Verletzung gesetzlicher Dienstzeiten, nicht abgerechneter Überstunden oder Diskriminierung von Frauen vor Gericht verantworten. Auch illegale Einwanderer soll der Konzern beschäftigt und weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt haben.