Wall Street: Es gibt noch Sieger - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wall Street Es gibt noch Sieger

An den Börsen geht es nicht nur bergab. Noch gibt es Unternehmen, die ihren Anlegern keine Sorgen bereiten. Sie verdienen sogar mehr als Geld, als sie ursprünglich geplant hatten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Kaum zu glauben: Wer genau hinschaut, entdeckt Unternehmen, welche die Markt-Erwartungen übertreffen. In mindestens vier aufeinander folgenden Quartalen verbesserten sie ihre Ergebnisse im Jahresvergleich. Und ihre Einnahmen wachsen langfristig um mehr als zehn Prozent. Analysten stuften sie mit "Kaufen" oder besser ein.

Zacks Research Database zufolge gibt es an der New Yorker Börse 14 solche Sieger. Der Pittsburgher Anbieter von Bildungsveranstaltungen, Education Management (EDMC), ist solch ein Unternehmen. Die Aktien stiegen in den vergangen 52 Wochen um 180 Prozent. Damit lagen sie gerade mal elf Prozent unterhalb des Höchststandes von 38,75 Dollar kurz nach Weihnachten. EDMC hat gleich in 18 aufeinander folgenden Quartalen jeweils die Gewinnprognose erfüllt oder sogar überschritten. Erfolgreich verlief auch das Neukundengeschäft, das um 14,3 Prozent anstieg.

Zu den positiven Ausnahmen gehören auch Patterson Energy und UTI. Am 5. Februar dieses Jahres gaben sie ihre Fusion zur zweitgrößten US-Ölbohrgesellschaft bekannt. Der vierte Quartalsbericht des Vorjahres wies einen 90 Prozent höheren Umsatz von 81,2 Millionen Dollar aus. Für das laufende Geschäftsjahr haben die Analysten daher ihre diesbezüglichen Erwartungen um 13 Prozent nach oben geschraubt.

Oxford Health Plans ist das wohl beste Beispiel, wie aus einem einstigen Sorgenkind doch noch ein Börsenliebling geworden ist. Der führende Ausstatter von Krankenhäusern hat eine wechselvolle Geschichte: 1997 wegen eines Buchhaltungsskandals in die Schlagzeilen geraten, hatten die Aktien mehr als 93 Prozent ihres Höchststandes von 89 Dollar verloren. Doch der von US-Präsident George W. Bush angekündigte Gesetzesentwurf für mehr Patientenrechte bei der Gesundheitsversorgung beflügelte das Papier, das nun bei über 32 Dollar notiert. Selbst die jüngsten Gerüchte um bevorstehende Umsatzeinbußen in New York beeinflussten den Aufwärtstrend wenig. 49 Cents waren angepeilt, jetzt werden es doch satte 62 Cents Gewinn je Aktie.