Wall Street: Schwacher Wochenauftakt - DER SPIEGEL
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Wall Street Schwacher Wochenauftakt

Schwache US-Börsen drücken den Dax tiefer ins Minus. Der Beginn der Ertragssaison und die Angst vor weiteren Anschlägen sorgen für Unsicherheit.
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New York - Der Dow Jones gab in der ersten halben Stunde 0,9 Prozent auf 9246 Zähler nach, während der Nasdaq Composite 2,1 Prozent auf 1669 Punkte abgab. Vor den Ertragszahlen von IBM und Intel am Dienstag sowie von Apple und Citigroup am Mittwoch wagen Investoren keine größeren Engagements. Insgesamt legen in dieser Woche 190 börsennotierte US-Unternehmen ihre Geschäftszahlen vor. Zudem drückt eine Gewinnwarnung von Xerox auf die Stimmung. Weiterhin sind die Lagerbestände in der US-Wirtschaft im August weniger stark abgebaut worden als erwartet.

Die Nasdaq hatte in der vergangenen Woche um knapp sechs Prozent zugelegt - Händler sehen eine leicht überkaufte Situation und halten eine Beruhigung für wahrscheinlich. Einen festen Start erwischte am Montag gegen den schwachen Trend die Aktie von Handspring. Der Hersteller von Westentaschen-Computern hatte zuvor eine neue Produktlinie vorgestellt. Auch das Biotech-Unternehmen Cepheid verzeichnete deutliche Gewinne: Cepheid stellt unter anderem Testsysteme her, mit denen sich neben B-Waffen auch chemische Kampfstoffe erkennen lassen.

Die Halbleiterhersteller sind dagegen unter Abgabedruck. Intel, PMC-Sierra und Applied Micro Circuits gaben nach. Mehrere Investmentbanken hatten sich zuvor negativ zur Entwicklung des Sektors geäußert.

Der Dax baute am Nachmittag sein Minus auf 2,2 Prozent auf 4524 Zähler aus. Banken- und Chemiewerte zählten fortgesetzt zu den Verlierern. Die Wachstumswerte im Nemax 50 reduzierten ihre Gewinne nach der schwachen Eröffnung der Wall Street auf 0,7 Prozent und 908 Punkte.

Techtitel uneinheitlich - Telekom unter Druck

Trotz der schwächeren Tendenz im Halbleitersektor in den USA notierten Infineon   gegen den Trend fester und verteidigten ein Plus von 1,3 Prozent. Händler sehen dies als technische Reaktion auf die Verluste zum Wochenschluss: Die Papiere des Halbleiterherstellers hatten am Freitag mehr als sieben Prozent nachgegeben.

Das zarte Plus bei SAP   ist dagegen auf positive Analystenkommentare drei Tage vor den Quartalszahlen zurückzuführen. Goldman Sachs bestätigten SAP heute auf ihrer Empfehlungsliste. Schroders Salomon Smith Barney stufte die Aktien gegen Mittag auf "Kaufen" hoch. Siemens   und Epcos   tendierten am Nachmittag weiterhin schwächer.

Die Aktien der Deutsche Telekom   bauten am Nachmittag ihr Minus auf 1,2 Prozent auf 17,42 Euro aus. Nach Presseberichten sollen die Telekomkonkurrenten das Netz der Telekom zur Durchleitung eigener Telefoneinheiten künftig günstiger nutzen können als bisher. Dies habe die Regulierungsbehörde entschieden.

Bankenwerte bauen Verluste aus

Die Commerzbank AG hat wie erwartet ein umfangreiches Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm vorgelegt. Demnach sollen rund 3.400 Stellen wegfallen, erklärte das Kreditinstitut am Montag. Die Aktie der Commerzbank   baute am Nachmittag ihre Verluste aus und verlor knapp fünf Prozent auf 16,60 Euro. Die Deutsche Bank   verloren 3,8 Prozent auf 61,80 Euro. Die Analysten der Credit Suisse First Boston haben die Aktien von "Buy" auf "Hold" herabgestuft. Deutlich schwächer notierten auch HypoVereinsbank   und die Aktien des Finanzdienstleisters MLP   .

Rote Laterne bei Bayer

Nur Bayer   waren mit einem Verlust von mehr als fünf Prozent noch schwächer als die Finanztitel. Am Freitag hatte das Papier mehr als sieben Prozent zugelegt: Bayer produziert ein Antibiotikum gegen Milzbrand, das in den USA stark nachgefragt ist.

Im M-Dax war die Aktie der FAG Kugelfischer mit einem Plus von acht Prozent Spitzenreiter, nachdem der Vorstand das verbesserte Übernahmeangebot des Konkurrenten INA akzeptiert hat und der Übernahmekampf damit beendet ist. Nach Vorlage guter Halbjahreszahlen hat auch die Aktie von ProSiebenSAT.1 knapp fünf Prozent zugelegt.

Biotech-Rallye am Neuen Markt geht weiter

Unter den Wachstumswerten im Nemax 50 waren erneut Biotechnologietitel gefragt. Lion Bioscience   , MediGene   und Evotec   verbuchten Kursaufschläge zwischen 6,1 und sieben Prozent. Das Schwergewicht Qiagen   konnte dagegen nur minimal zulegen.

Euro fester

Der Kurs des Euro notierte am Nachmittag bei 0,9092 Dollar zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9097 (Freitag: 0,9040) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1500 Mark.