Wall Street: Trauerspiel an der Nasdaq - DER SPIEGEL
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Wall Street Trauerspiel an der Nasdaq

Die Vermutung, dass George W. Bush die Wahl gewonnen hat, belastete die Hightech-Aktien. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor mehr als fünf Prozent.
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New York - Während der Dow Jones nur 0,4 Prozent verlor, schloss der Nasdaq 5,4 Prozent unter Vortagesniveau. "Wenn irgendetwas bei dieser Wahl die Technologiewerte wieder zurück auf die Gewinnerstraße hätte führen können, dann wäre dies ein Wahlsieg von Al Gore gewesen. Es sieht aber nicht nach diesem Wahlausgang aus", sagte Hugh Johnson von First Albany. Außer der Anspannung über den knappen Wahlausgang zeige der Markt Johnson zufolge aber keinen deutlichen Trend. Neuerliche Sorgen über die hohe Bewertung der Wachstumsaktien habe aber die Stimmung zusätzlich belastet.

Cisco Systems als Zugpferd des Hochtechnologiebereichs zogen am Mittwoch den Gesamtmarkt nach unten. Das Papier verlor rund 8,2 Prozent an Wert. Analysten von First Allied Securities hatten Zweifel an den optimistischen Wachstumsprognosen des Netzwerk-Riesen geäußert und empfahlen, die Aktien zu verkaufen. Dadurch wurden neuerliche Sorgen über die Wachstums- und Ertragsperspektiven im gesamten Hochtechnologiebereich laut. In den Sog von Cisco gerieten die Netzwerkausrüster: PMC-Sierra verloren 15 Prozent und Ciena gaben knapp 13 Prozent ab.

Microsoft-Aktien mussten die Eröffnungsgewinne aus dem frühen Geschäft wieder abgeben und der allgemeinen Technologieschwäche Tribut zollen. Am Ende stand ein Minus von 1,5 Prozent zu Buche. Der weltgrößte Softwarekonzern hofft auf einen Wahlsieg von Bush. Dieser würde wahrscheinlich in der laufenden Kartellklage nicht so aggressiv gegen Microsoft vorgehen wie Gore, schätzen Experten. Gore dürfte an die harte Gangart Clintons anknüpfen.

Priceline.com brachen um 24 Prozent ein, nachdem weitere hochrangige Angestellte das Unternehmen verlassen. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge will der Chef der Abteilung Auto-Dienstleistungen, Maryann Keller, den Hut nehmen. Letzten Donnerstag war bereits die Unternehmenschefin Heidi Miller zurückgetreten - gleichzeitig mit Keller, was erst jetzt bekannt wurde.

Oracle setzten ihre Talfahrt ebenfalls fort, nachdem ein Analyst von Robertson Stephenson einen "vorsichtigen" Ausblick für die Aktien gab. Die Investmentbank sieht Risiken durch die stärkere Fokussierung auf den Markt für Anwendungssoftware. Oracle verloren 6,6 Prozent an Wert.