Walter-Bau-Krise: Die Bundesregierung greift ein - DER SPIEGEL
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Walter-Bau-Krise Die Bundesregierung greift ein

Der drohende Zusammenbruch des Walter-Bau-Konzerns beschäftigt nun auch die Bundesregierung, die im Streit um einen Sanierungsplan vermitteln will. Eine Rettungsaktion wie bei Philip Holzmann wird es aber nicht geben.
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Berlin - Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Bernd Pfaffenbach, sagte dem "Tagesspiegel", die Regierung versuche, in den Verhandlungen auf eine Lösung hinzuwirken. "Da kann eine Regierung nicht die Hände in den Schoß legen."

Die Gespräche gestalten sich nach Pfaffenbachs Worten ziemlich schwierig. "Ich hoffe sehr, dass das positiv ausgeht. Es deutet vieles daraufhin, dass das Unternehmen in guter Verfassung ist, aber ein Liquiditätsproblem hat."

Die Rolle der Regierung beschränke sich allein auf die einer Vermittlung zwischen Unternehmen und Banken, sagten Regierungskreise der Nachrichtenagentur Reuters. Geld oder Bürgschaften werde es in diesem Zusammenhang nicht geben. Noch gebe es eine Front von etwa fünf der 27 Gläubigerbanken, die sich "zögerlich" verhielten.

In Finanzkreisen hatte es am Donnerstag geheißen, die Verhandlungen der Gläubigerbanken über ein Spar- und Finanzkonzept für den angeschlagenen Baukonzern würden wohl noch tagelang andauern. Bei einer Aufsichtsratssitzung am Donnerstag wurde über die bisher erfolglose Abstimmung der Gläubigerbanken zur Kreditverlängerung berichtet. Dabei seien keine Entscheidungen gefallen, hieß es in Unternehmenskreisen. Damit ist der Fortbestand des drittgrößten Bauunternehmens Deutschlands weiterhin nicht gesichert.

Kostensenkungen um jährlich 60 Millionen Euro

Bei der unter schwachen Erträgen leidenden Walter Bau hatte sich die Lage nach dem vorläufigen Scheitern der Fusion mit dem Stuttgarter Konkurrenten Züblin im Dezember verschlechtert. Mehrheitseigner und Aufsichtsratschef Ignaz Walter hatte zuletzt von einem Liquiditätsengpass gesprochen. Mit ihren Banken verhandelt Walter Bau derzeit über ein Spar- und Finanzierungskonzept, das unter anderem Kostensenkungen um jährlich 60 Millionen Euro vorsieht.

Nach Angaben aus Finanzkreisen sind zudem frische Mittel von etwa 150 Millionen Euro als Zwischenfinanzierung geplant, bis erwartete Einnahmen aus geplanten Verkäufen von Unternehmensbereichen kommen. Nach wie vor lehnen aber mehrere Banken und Kreditversicherer das Konzept noch ab, während andere Banken ihre Billigung von einer Zustimmung aller Banken abhängig machen.

Poolführer ist die Deutsche Bank  . Zu den weiteren Hauptbanken zählen die BayernLB, die HypoVereinsbank   und die Commerzbank  . Eine Schlüsselrolle wird in Finanzkreisen der Bankgesellschaft Berlin zugemessen, die das größte Volumen des Bürgschaftsrahmens der bisher noch ablehnend eingestellten Finanzhäuser vertrete.