Warenhäuser vor dem Aus: Hertie springen Investoren ab - DER SPIEGEL
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Warenhäuser vor dem Aus Hertie springen Investoren ab

Rückzug der Investoren: Der Verkauf der insolventen Warenhauskette Hertie ist vorerst gescheitert. Zwar war man sich mit dem Insolvenzverwalter einig - nur gehören die meisten Immobilien einem britischen Investor, der offenbar kein Interesse an langfristigen Mietverträgen hat.
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Essen - Hiobsbotschaft für Hertie: Die an einer Übernahme der insolventen Warenhauskette interessierte Investorengruppe hat ihr Angebot zurückgezogen. Hertie-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy sagte der Nachrichtenagentur AP, die Gruppe habe dem Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen ein Investment nicht möglich sei.

Ausschlaggebend für das Scheitern seien die Bedingungen der Hertie-Gesellschafter Dawnay Day für die weitere Nutzung der Warenhaus-Immobilien gewesen, sagte der Sprecher. Dabei sei es zuletzt weniger um die Höhe der Miete gegangen als um die Forderung der Immobilienbesitzer, die Mieterverträge jederzeit kurzfristig kündigen zu können.

Der Sprecher der Investorengruppe, Rolf Schuchardt, sagte: "Ich bin sauer, weil ich denke, dass ein tragfähiges Konzept verhindert worden ist". Die Gruppe sei sich mit dem Insolvenzverwalter bereits weitestgehend einig gewesen. Doch habe sich zuletzt Dawnay Day als Besitzer der meisten Hertie-Warenhäuser quergestellt und die Verhandlungen abgebrochen. Unter diesen Voraussetzungen könne die Gruppe ihre Angebot nicht aufrechterhalten.

Gläubigerversammlung berät am Mittwoch

Die Gläubigerversammlung von Hertie wird nun am Mittwoch über das weitere Vorgehen beraten. Einzelheiten dazu will Insolvenzverwalter Biner Bähr nach Abschluss der Versammlung auf einer Pressekonferenz mitteilen.

Nach früheren Angaben eines Unternehmenssprechers hatte die Investorengruppe einen Betrag im "höheren zweistelligen Millionenbereich" zur Rettung der insolventen Warenhauskette in Aussicht gestellt. Ziel sei es gewesen, die Kette mit ihren 2800 Mitarbeitern möglichst komplett zu übernehmen und weiterzuführen.

Die Warenhauskette, die derzeit noch 54 Filialen betreibt, hatte im Juli vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem Gespräche über eine finanzielle Neustrukturierung des Unternehmens gescheitert waren. Hertie begründete die Probleme mit der angespannten Lage beim Investor Dawnay Day, der die Kaufhäuser 2005 vom damaligen KarstadtQuelle-Konzern übernommen und mit überhöhten Mieten für die Warenhäuser.

ore/AP

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