Warner Music Die Tochter des Medien-Giganten
New York - Der US-Musikkonzern Warner Music Group gehört zum weltgrößten Medienkonzern Time Warner. Das Unternehmen wird seinerseits im Zuge einer Transaktion im Wert von 163 Milliarden Dollar vom weltgrößten Onlinekonzern America Online (AOL) übernommen.
Unter ihrem neuen Chef Roger Ames, 50, befindet sich Warner Music auf aggressivem Expansionskurs. Erst vor wenigen Tagen hat Warner die unabhängige Plattenfirma London Records übernommen. Ames soll laut "Los Angeles Times" den Zusammenschluss mit EMI in die Wege geleitet haben, um sein Unternehmen mit 8,3 Milliarden Dollar Umsatz zum Weltmarkt-Branchenprimus zu machen. Warner Music wies im ersten Halbjahr 1999 einen Umsatz von 1,76 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 66 Millionen Dollar aus.
Ames hat die Spitzenposition bei der Warner Music Group vor einem halben Jahr angetreten. Er hat enge Beziehungen zu EMI, wo er 1975 seine Karriere begonnen hatte. Ames leitete die Musikfirma Polygram, ehe er zu Warner Music kam. Die fusionierte Warner EMI Music soll von Ames geführt werden. Ken Berry, der Leiter der EMI Records, 47, soll die Tagesgeschäfte leiten. Berry und Ames sind Freunde.
Zu Warner Music gehören die Plattenfirmen Atlantic, Elektra, Warner Bros. Records, Warner Music International und Sire Records sowie die WEA-Gruppe. 20 Warner Musik-Titel kamen 1999 auf jeweils mehr als eine Million Käufer. Warner Music macht mehr als die Hälfte des Geschäfts außerhalb der USA. Mit EMI wird der Auslandsanteil weiter stark steigen.
Bei Atlantic sind Künstler wie Phil Collins, Jewel und Hootie & The Blowfish zu finden. Electra verfügt über Stars wie Natalie Cole, Metallica, AC/DC und Linda Rondstadt. Warner Bros. Records ist mit Cher, Eric Clapton, Fleetwood Mac, Madonna, Alanis Morisette, Cher und REM dabei. Warner Music International zählt Phil Collins, Enya, Sasha, Simply Red, Mariya Takeuchi und Marius Müller-Westernhagen zu seinen Stars. Sire-Künstler sind Mandy Barnett, Morcheeba und Spacehog.