Warnstreik: Merkels Wachmänner nicht im Dienst - DER SPIEGEL
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Warnstreik Merkels Wachmänner nicht im Dienst

Leere Posten vor dem Wohnhaus der Kanzlerin: Merkels Wachpersonal hat heute für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt, um für höhere Löhne zu streiken. Schutzlos war die Regierungschefin allerdings trotzdem nicht.
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Berlin – Keine Extrawürste - auch nicht für die Kanzlerin. Rund 300 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes traten heute in den Warnstreik. Mit von der Partie: 70 Mitarbeiter des Zentralen Objektschutzes der Polizei, der auch Merkels Privatwohnung bewacht. Von 7 bis 9 Uhr ließen deshalb dort die Wachposten ihre Arbeit ruhen. Auch das Berliner Rathaus und sechs Botschaften waren von dem Streik betroffen. Zum Schutz der Gebäude sprangen Polizeibeamte ein, die sich nicht an Streiks beteiligen dürfen. Zeitgleich demonstrierten rund 200 Polizei-Angestellte vor dem Roten Rathaus.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hatten zu dem Warnstreik aufgerufen. Sie fordern die Übernahme bundesweiter Tarifverträge auch für die Beschäftigten in Berlin, Lohnerhöhungen von 2,9 Prozent von 2008 an und drei Zahlungen in Höhe von jeweils 300 Euro. Wenn der Senat den Forderungen nicht nachkomme, wollen die Gewerkschaften die Streiks ausweiten, kündigte der GdP-Vorsitzende Eberhard Schönberg an. Denkbar sei etwa ein Streik von mehr als tausend Angestellten im Objektschutz, bei der Feuerwehr und von Beschäftigten der Abschiebehaft- und Gefangenensammelstelle.

Morgen will der Senat über die Forderungen der Gewerkschaften beraten. Seit 2003 gilt in Berlin ein eigener Tarifvertrag, nachdem die Beschäftigen weniger arbeiten müssen, aber auch bis zu zwölf Prozent weniger Gehalt erhalten.

sib/dpa/AFP