Warnstreiks IG Metall mobilisiert Zigtausende
Metallerkundgebung in Böblingen vergangene Woche: Nach dem desaströsen Streik in Ostdeutschland im vergangenen Jahr muss die IG Metall sich jetzt beweisen>Frankfurt am Main - In Baden-Württemberg sollen mehr als 50.000 Metaller vorübergehend die Arbeit niederlegen. Ein Schwerpunkt ist Audi in Neckarsulm - dort sollen 10.000 Mitarbeiter ihre Frühschicht früher beenden als sonst. Auch in Karlsruhe, Bruchsal und Reutlingen ruft die Gewerkschaft Metaller zum Protest gegen das Arbeitgeberangebot auf.
In anderen Bundesländern starten ebenfalls neue Proteste, zumeist jedoch in bescheidenerem Umfang. In Betrieben in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen legten zu bereits in der Nacht mehr als 3000 Beschäftigte für kurze Zeit die Arbeit nieder.
Kurz nach Mitternacht ließen etwa 300 Beschäftigte bei Stabilus in Koblenz die Arbeit für eine Stunde ruhen. Bei den Firmen Otis und Faurecia im niedersächsischen Stadthagen hätten sich rund 2300 Metaller an den Aktionen beteiligt.
Warnstreiks auch bei Siemens im Osten
"Wir sind sehr zufrieden, bisher sind rund 90 Prozent unserem Aufruf gefolgt, sagte ein IG Metall-Sprecher. Beim Autobauer Karmann in Osnabrück legten rund 300 Mitarbeiter der Nachtschicht die Arbeit kurzfristig nieder. Auch 150 Mitarbeiter des Siemens-Generatorenwerks Erfurt folgten dem Warnstreikaufruf.
Im Laufe des Tages soll es im Saarland, in Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und in Thüringen weitere Protestaktionen geben. Bereits am Donnerstag hatten sich rund 16.000 Arbeitnehmer in über 50 Betrieben und mehreren Bundesländern an den Warnstreiks beteiligt.
Die Gewerkschaft fordert für die knapp 3,5 Millionen Beschäftigten der Branche vier Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Arbeitgeber haben bislang stufenweise Erhöhungen von je 1,2 Prozent für 27 Monate angeboten. Daran ist allerdings die Möglichkeit geknüpft, die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden die Woche zu verlängern - auch ohne Lohnausgleich.
Vor diesem Hintergrund wird die nächste und insgesamt fünfte Verhandlungsrunde im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg am kommenden Donnerstag mit Spannung erwartet.