Warnstreiks Metaller streiken sich warm
Düsseldorf - Beschäftigte aus rund 70 nordrhein-westfälischen Betrieben der Metallindustrie sind am Donnerstag in den Warnstreik getreten. Beschäftigte in Remscheid, Solingen und Herford legten stundenweise die Arbeit nieder, um ihren Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen, wie die IG Metall in Düsseldorf mitteilte. Die Stimmung unter den Mitarbeitern sei `unerwartet gut", erklärte Hartmut Knupp von der IG Metall Remscheid/Solingen. "Dabei laufen wir uns gerade erst warm", fügte er hinzu. Zu den 50 betroffenen Betrieben im Bergischen Land gehörten das Hückeswagener Maschinenbauunternehmen Klingelnberg und der Solinger Rasierklingenhersteller Wilkinson. Im westfälischen Herford waren Beschäftigte aus 20 Betrieben aufgerufen, am Vormittag an einer Kundgebung in der Innenstadt teilzunehmen.
Wenn die Arbeitgeber bis zum 20. April kein neues Angebot auf den Tisch legten, müsse sich die Gewerkschaft auf einen Arbeitskampf vorbereiten, sagte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer vor rund 200 Beschäftigten. Die Arbeitgeber müssten dabei allerdings einen großen Sprung nach vorne machen.
In Bayern will die Gewerkschaft im Laufe des Donnerstags ihre Aktionen ausweiten und hat mehr als 31.000 Beschäftigte im Freistaat zu Warnstreiks aufgerufen. Der Schwerpunkt soll im unterfränkischen Schweinfurt liegen. Dort sind in 28 Betrieben rund 8000 Beschäftigte zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgefordert worden. Aktionen sind auch in Augsburg, Passau und Rosenheim geplant. Die Gewerkschaft will damit ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die rund 730.000 Beschäftigten im Freistaat Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber haben bislang zwei Prozent angeboten.
Auch die Fluggastkontrolleure erhöhen den Druck auf die Arbeitgeber. Am Donnerstagmorgen haben sie am Frankfurter Flughafen mit Warnstreiks begonnen. Wie ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilte, sollen alle 250 Mitarbeiter der Frühschicht vorübergehend die Arbeit in der Passagier- und Gepäckkontrolle niederlegen. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft Fraport sagte: "Es wird längere Schlangen geben als sonst." Mit einigen Dutzend zusätzlichen Kräften werde versucht, die Auswirkungen des Warnstreiks zu mindern.
Verdi fordert, alle 1000 Fluggastkontrolleure bei Eingruppierung und Schichtzulagen gleich zu behandeln. Seit der Kündigung des Tarifvertrages Ende 1998 werde neu eingestelltes Sicherheitspersonal deutlich schlechter bezahlt als langjährige Mitarbeiter.