Web.de: Jeder Vierte muss gehen - DER SPIEGEL
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Web.de Jeder Vierte muss gehen

Das Internetportal Web.de muss die Notbremse ziehen. Weil immer größere Verluste entstehen, stehen Massenentlassungen an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Karlsruhe - Anfang November kündigte das Internetunternehmen noch an, dass es demnächst kostenpflichtige Dienste anbieten werde. Auch der Verkauf des Unternehmensbereiches Workways, das verschiedene E-Mail-Produkte für Web.de betrieben hatte, sollte die laufenden Kosten deutlich reduzieren und das Ergebnis verbessern. Doch das reichte nicht, das Unternehmen greift zum Rotstift.

"Bedauerlicherweise sind auf Grund des schwachen Marktumfeldes, wie schon in der Berichterstattung zum dritten Quartal befürchtet, die letzten Wochen im Bereich Online-Werbung und E-Commerce eher enttäuschend verlaufen", wird Matthias Greve, Vorstandsvorsitzender der Web.de AG in einer Ad-hoc-Mitteilung zitiert.

Massive Entlassungen

Web.de will sich mit sofortiger Wirkung von 73 seiner 307 Angestellten trennen. Darüber hinaus würden auch 75 freie Mitarbeiter nicht weiterbeschäftigt, hieß es in der Mitteilung. Zusätzlich verlässt auch der bisherige COO Hans Wachtel das Unternehmen. Er hatte erst im Frühjahr bei Web.de angefangen.

Das Internetportal hatte im dritten Quartal einen Umsatz von 4,8 Millionen Euro verbucht und im gleichen Zeitraum einen Verlust von 7,6 Millionen Euro eingefahren. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 12,4 Millionen Euro. Der Fehlbetrag stieg im Vergleich zum Vorjahr von 16,3 Millionen auf 26,6 Millionen Euro.

Belastetes viertes Quartal

Mit dem Verkauf der Tochter Workways plant Web.de, das operative Ergebnis im vierten Quartal um eine Million Euro zu entlastet. Im kommenden Jahr rechnet Web.de mit Einsparungen in Höhe von rund sechs Millionen Euro. Aufwendungen für das Kostensenkungsprogramm und die nötigen Abschreibungen für Workways werden jedoch das Ergebnis im vierten Quartal 2001 deutlich belasten.

Für das kommende Jahr stellt der Web.de-Vorstand eine "klare Beschleunigung" des Umsatzwachstums in Aussicht. Die im Oktober angekündigten schwarzen Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2002 seien aber nur erreichbar, wenn noch weiter gespart würde.