Wechselgerüchte: Bahn droht Abgang von Personalvorständen - DER SPIEGEL
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Wechselgerüchte Bahn droht Abgang von Personalvorständen

Die Bahn kommt nicht zur Ruhe: Nach Spitzelskandal und Wirtschaftskrise droht dem Schienenkonzern jetzt ein Aderlass beim Top-Management. Mit den Personalvorständen Margret Suckale und Norbert Hansen wackeln gleich zwei Spitzenleute.
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Hamburg/Berlin - Auf den neuen Bahn-Chef Rüdiger Grube kommen harte Zeiten zu: Er muss den Staatskonzern durch die schwere Wirtschaftskrise steuern; er muss den Datenskandal aufarbeiten, in dessen Folge Vorgänger Hartmut Mehdorn seinen Job abgab; und er muss trotz all dieser Turbulenzen möglicherweise auch noch seinen Vorstand umbauen.

Zumindest zwei Mitglieder des Leitungsgremiums wackeln offenbar. So kann sich Grube nicht sicher sein, ob er in Zukunft noch auf seinen Personalvorstand beim Bahn-Konzern, Norbert Hansen, setzen kann.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE aus informierten Kreisen ist Hansen gesundheitlich angeschlagen. Der Personaler befindet sich derzeit auf Kur. Möglicherweise muss Grube monatelang auf seine Dienste verzichten. Ob er überhaupt zurückkehrt, gilt als fraglich.

Hansen war der Exot im Top-Management des Konzerns: Lange Jahre verhandelte er als Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet um höhere Gehälter für die Belegschaft. 2008 erfolgte dann der überraschende Wechsel in die Chefetage der Bahn, wo er fortan für das Personal-Ressort zuständig war. Der Seitenwechsel sorgte für harsche Kritik.

Nicht nur Hansen könnte den Konzern bald verlassen: Auch Bahn-Vorstandsmitglied Margret Suckale steht nach Presseberichten vor einem Wechsel. Das Magazin "Focus" und die "Süddeutsche Zeitung" berichten unter Berufung auf Aufsichtsratskreise über den Weggang der 52-Jährigen. Demnach soll sie beim Ludwigshafener Chemiekonzern BASF anheuern und dort eine Führungsposition im Personalbereich übernehmen.

Suckale leitete bei der Bahn von 1997 bis 2005 die Rechtsabteilung, deshalb wurde ihr jüngst auch eine Mitverantwortung für die internen Mitarbeiter-Datenkontrollen in diesen Jahren zugewiesen.

Von 2005 bis Mai 2008 war sie Personalvorstand beim Bahnkonzern und anfangs einzige Frau im Vorstand eines der 100 größten Unternehmen Deutschlands. Im Juni 2008 wechselte sie in den Vorstand der Bahn Verkehrs- und Logistik-Tochter DB Mobility Logistics. Ihren alten Posten übernahm damals Norbert Hansen.

Vor allem die Vorwürfe im Zuge der Datenaffäre sollen Suckale zuletzt "ziemlich genervt" haben, wie ein Vertrauter SPIEGEL ONLINE sagte. Sie habe sich ungerecht behandelt gefühlt. Ein Bahn-Sprecher sagte, das Unternehmen nehme zu Personalspekulationen keine Stellung.

suc/dpa-AFX