Wechselgerüchte Streiff als Peugeot-Chef im Gespräch
Toulouse - Airbus weise Spekulationen über den Wechsel an der Konzernspitze "kategorisch" zurück, sagte eine Sprecherin heute in Toulouse. Das französische Wirtschaftsmagazin "Challenge" und die Wirtschaftszeitung "La Tribune" hatten zuvor berichtet, Streiff sei als neuer Chef des Autobauers Peugeot im Gespräch, wenn der bisherige Konzernlenker Jean-Martin Folz Anfang nächsten Jahres in den Ruhestand geht.
Streiff ist erst seit Anfang Juli Airbus-Chef und hat der Führung des Mutterkonzerns EADS wegen der Lieferverzögerungen beim Großraumflugzeug A380 einen milliardenschweren Sparplan vorgelegt. Dieser stößt allerdings konzernintern auf Widerstand, weshalb die Entscheidung über wesentliche Einschnitte vertagt wurde.
"Nach übereinstimmenden Quellen hat sich Christian Streiff bei der Präsentation des Plans sehr einsam gefühlt", hieß es in "La Tribune". Den Plan habe er dann "auf Verlangen der Aktionäre und vor allem auf Druck des französischen Finanzministeriums abschwächen müssen".
Die Eigner-Familie von Peugeot habe Streiff nun "zu ihrem Favoriten für die Nachfolge von Jean-Martin Folz gemacht", berichtete "Challenge" unter Berufung auf das Umfeld der Peugeot-Familie, die gut 30 Prozent an dem Autobauer hält. Der 59-jährige Folz hatte Anfang Dezember überraschend seinen Rückzug im ersten Quartal 2007 angekündigt. Er hat Peugeot fast zehn Jahre lang geleitet.
Ein Peugeot-Sprecher reagierte auf die Berichte von "Challenge" und "La Tribune" wesentlich gelassener als seine Airbus-Kollegin. Der Nachfolger von Folz werde bis Ende des Jahres bestimmt, sagte er nur.
mik/AFP/Reuters/dpa