Weichenstellung: US-Leitzins steigt auf 2,25 Prozent - DER SPIEGEL
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Weichenstellung US-Leitzins steigt auf 2,25 Prozent

Das Zinsniveau in den USA ist erstmals seit 2001 wieder höher als das in der Euro-Zone. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat den Schlüsselzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben.
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Washington - Die Fed gab die Entscheidung, den Satz für Tagesgeld (overnight rate) zu erhöhen, nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses (FOMC) bekannt. Es ist die fünfte Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt seit Ende Juni. Notenbankchef Alan Greenspan und seine Kollegen haben damit die Politik der maßvollen Zinssteigerungen fortgesetzt.

An den Finanzmärkten war die Entscheidung so erwartet worden. Volkswirte glauben, dass das US-Zinsniveau noch weiter steigt. "Wir gehen davon aus, dass der Leitzins in den USA bis Ende 2005 auf vier Prozent steigen wird", sagte Cary Leahey, Ökonom bei der Deutschen Bank in New York.

Die Fed reagiert unter anderem auf gestiegene Inflationserwartungen in den USA. Das Wachstum der Löhne und Gehälter hatte sich zuletzt beschleunigt. Zugleich waren die Fortschritte bei der Produktivität kleiner geworden. Auch die Schwäche des Dollars befördert den Preisauftrieb.

Exporteure hoffen auf Dollar-Erholung

Das Zinsniveau in den USA übertrifft nun zum ersten Mal seit drei Jahren das des Euro-Raumes. Dort liegt der Leitzins weiterhin bei 2 Prozent. Mit Spannung wird nun die Reaktion der Devisenmärkte erwartet. Die Zinserhöhung macht Anlagen in Dollar wieder attraktiver und könnte die US-Währung stützen.

Der Euro war nach der US-Präsidentschaftswahl in November über die Marke von 1,30 Dollar gestiegen. Politiker und Exporteure in der Euro-Zone sorgen sich, dies könne die Menge der Ausfuhren aus der Euro-Zone mindern und den schwachen Aufschwung bremsen. Die Europäische Zentralbank hatte am Mittag einen Referenzkurs von 1,3317 US-Dollar ermittelt.

In den vergangenen Wochen hatten prominente Volkswirte die EZB zu einer Zinssenkung aufgefordert, um den Dollar zu stützen. Notenbankchef Jean-Claude Trichet hatte dies aber Anfang des Monats unter Verweis auf das Inflationsrisiko abgelehnt.