Weihnachtsgeschäft: Volle Läden - weniger Umsatz - DER SPIEGEL
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Weihnachtsgeschäft Volle Läden - weniger Umsatz

Den letzten Samstag vor den Feiertagen haben ungewöhnlich viele Deutsche genutzt, um noch die letzten Geschenke zu besorgen. Nach Angaben der Händler waren die Läden gut besucht - vielfach griffen die Kunden aber bei den Schnäppchen zu.
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Hamburg - Die Händler in Deutschland rechnen zumeist mit weniger Umsatz als im Vorjahr. Gründe seien nicht nur die Kaufzurückhaltung und Sparsamkeit der Kunden, sondern auch eine für das Weihnachtsgeschäft bisher beispiellose Rabattschlacht, betonte der Sprecher des Handelsverbandes HDE, Hubertus Pellengahr.

Die Geschenke würden immer später gekauft, hieß es vielerorts. "Früher war das Hauptgeschäft in den ersten Adventswochen, jetzt wird bis zum letzten Moment eingekauft", sagte der hessische Einzelhandelspräsident Frank Albrecht. Auch Pellengahr berichtete, in den ersten Dezemberwochen hätten zwar viele Kunden die Geschäfte besucht, aber zunächst wenig gekauft. Die Händler setzen nun auf Last-Minute-Käufer Anfang kommender Woche. "Es wird sich zeigen, ob das reicht, um das Weihnachtsgeschäft noch herauszureißen", sagte Pellengahr.

Auffällig sei dieses Jahr der verstärkte Trend zum Gutschein. Während die Gutscheine in den vergangenen Jahren rund 20 Prozent der Geschenke ausmachten, werde es dieses Jahr rund 25 Prozent sein. Die Hoffnungen richten sich nun auf die Tage bis Silvester, in denen traditionell viele Gutscheine und Geldgeschenke eingelöst werden. "Das Weihnachtsgeschäft endet Silvester, nicht Heilig Abend", sagte Pellengahr. Bernd Ohlmann vom Landesverband des bayerischen Einzelhandels betonte, das Geschäft nach den Feiertagen mache rund ein Viertel des gesamten Weihnachtsgeschäftes aus.

Das Rabattfeuerwerk, mit dem der Handel seit Monaten gegen die Kaufzurückhaltung in der Konjunkturkrise ankämpft, machte dieses Jahr auch vor dem Weihnachtsgeschäft nicht halt. Auch am letzten Adventssamstag gab es Abschläge von bis zu 50 Prozent. "Wir haben mehr Kundschaft im Verhältnis zum Vorjahr. Aber es wird einfach preiswerter gekauft", sagte der Geschäftsführer eines Media Marktes in Hannover. "Wir machen eine Rabattschlacht. Wie will man denn da den Umsatz des Vorjahres erreichen?" Renner seien in diesem Jahr vor allem Digitalcameras und DVD-Player.

Regional starke Unterschiede

Die Eindrücke in den einzelnen Regionen waren am letzten Adventssamstag sehr unterschiedlich. Der Hamburger Handel sprach von einem verhaltenen Geschäft. "Es waren weniger Menschen unterwegs als erwartet", sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes, Ulf Kalkmann. Auch in Berlin bescherte der Samstag den Geschäften nicht die erhofften Umsätze. Er erwarte Gesamteinbußen zwischen fünf und zehn Prozent, sagte der Chef des Berliner Einzelhandelsverbandes, Nils Busch-Petersen.

"Heute geht der Bär ab", jubelte dagegen ein Kaufhaus-Manager in Stuttgart. Auch in einem Gießener Kaufhaus hieß es, von einer Kaufzurückhaltung sei nichts zu merken. "Es ist rappelvoll. Heute sind anscheinend alle im Endspurt", sagte die Sprecherin des Einzelhandels in der Region Hannover/Hildesheim. Auch in Thüringen machten sich viele trotz Schmuddelwetters in die Geschäfte auf. Von einem "Run auf Geschenke" war in Offenbach die Rede.

Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel von zentraler Bedeutung. Die Verkäufe unmittelbar vor dem Fest machen mit rund acht Milliarden Euro zwar nur rund zwei Prozent der Jahreserlöse aus. Insgesamt wird aber im November und Dezember rund ein Fünftel des Umsatzes erwirtschaftet. Der Handel geht nach wie vor aus, im Gesamtjahr die Umsätze 2002 um etwa ein Prozent zu verfehlen. Für das kommende Jahr hofft die Branche wieder auf ein wachsendes Geschäft. Die Verabschiedung der Reformgesetze gebe den Menschen Planungssicherheit.

In diesem Jahr habe der Einzelhandel wegen des schwachen Geschäfts rund 30.000 Arbeitsplätze verloren, sagte Pellengahr. 2004 rechne der HDE mit dem Abbau weiterer 20.000 Stellen.