Weltbank-Affäre Wolfowitz nennt Ermittler "schäbig"
Washington - Außerdem bat Wolfowitz in dem Brief, aus dem die "New York Times" zitiert, um mehr Zeit für seine eigene Verteidigung. Er habe im "Interesse der Fairness" auch darum gebeten, in der kommenden Woche vor dem Exekutivrat Stellung beziehen zu dürfen. Bislang ist unklar, ob und wann der Exekutivrat bereit ist, Wolfowitz anzuhören.
Wolfowitz' rauer Ton habe viele der 24 Mitglieder des Exekutivrates überrascht, schreibt die Zeitung weiter. Wolfowitz sei innerhalb der Weltbank immer weiter isoliert. Die Vize-Präsidenten wollten nicht in die Kampagne hereingezogen werden, heißt es. Es sei jedenfalls nicht zu erwarten, dass sie ihm dabei helfen, sein Amt zu behalten.
Wolfowitz hatte nach seinem Wechsel an die Spitze der Weltbank 2005 einen höheren Posten und eine großzügige Gehaltserhörung für seine ebenfalls dort beschäftigte Lebensgefährtin arrangiert. Das hat nun einen Sturm der Entrüstung und Rücktrittsforderungen ausgelöst.
Auch Vorwürfe gegen einen der Stellvertreter von Wolfowitz, Juan José Daboub aus El Salvador, sind laut geworden. Wie die "Financial Times" berichtete, soll er versucht haben, in einem wichtigen Umwelt-Strategiepapier der Bank Aussagen zum Klimawandel zu "verwässern".
wal/dpa